"WissenHoch2" über Methanlecks /Mit Wissenschaftsdoku und "scobel – Notstand Energie"

Do, 25.08.2022, 15:10 Uhr
Die Fördertechnik in Texas ist oft alt und schlecht gewartet © ZDF und Sven Kiesche

Forschungsteams messen weltweit immer höhere Konzentrationen des klimagefährlichen Gases Methan in der Atmosphäre. Wer ist für die Freisetzung dieser großen Methanmengen verantwortlich? "WissenHoch2" geht am Donnerstag, 1. September 2022, 20.15 Uhr, in der Wissenschaftsdokumentation "Gefährliches Gas – auf der Jagd nach den Methanlecks" von Daniel Münter dieser Frage nach. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen in "scobel – Notstand Energie", wie man den akuten Mangel an Gas und Heizöl auf die Schnelle kompensieren könnte. Beide Filme sind ab Ausstrahlung fünf Jahre lang in der 3satMediathek zu finden. 

Methanquellen gibt es viele, auch natürliche: Das Gas wird bei Waldbränden freigesetzt und entsteht bei Fäulnisprozessen in Feuchtgebieten. Auch Mülldeponien, Massentierhaltung sowie Heizen und Kochen mit Holz produzieren, global betrachtet, große Mengen von Methan. Rund 40 Prozent des derzeitigen Anstiegs der Methankonzentration in der Atmosphäre aber gehen auf das Konto von Erdgas. Das kann die Wissenschaft zweifelsfrei belegen. Mehr als 80 Millionen Tonnen des gefährlichen Klimagases gelangen jedes Jahr weltweit in die Atmosphäre, weil aus Öl- und Gasförderanlagen eine gigantische Menge an Erdgas entweicht. Die Doku "Gefährliches Gas – auf der Jagd nach den Methanlecks" ist auf Spurensuche in den USA, den Niederlanden sowie in Deutschland und Frankreich und begleitet Forscher, die mithilfe von Spezialkameras, Satellitenbildern und aufwendigen Datenanalysen Schritt für Schritt beweisen, wie und wo das Methan austritt.  

Im Anschluss diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen in "scobel – Notstand Energie", wie man den akuten Mangel an Gas und Heizöl ausgleichen könnte. Der Winter naht und die Versorgung mit Gas und Heizöl ist aufgrund des Krieges in der Ukraine nicht gesichert. Denn mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs privater Haushalte stammt aus Erdöl oder Erdgas. Während die Versorgung mit Heizöl bei einem Wegfall russischer Lieferungen noch einigermaßen einfach zu schaffen ist, ist die Situation bei einem Ausbleiben russischen Gases schwieriger. Neben privaten Haushalten sind auch zahlreiche Industriezweige vom Gas abhängig. Es ist nicht ausgeschlossen, dass einzelne Bereiche vom Gas abgekoppelt werden. Wie sieht eine stabile Versorgung für die Zukunft aus? Und: Bleibt dadurch der Klimaschutz auf der Strecke? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen.  

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. 

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 25. August 2022