"WissenHoch2" in 3sat über Long Covid und den Vormarsch der Seuchen

Mi, 02.11.2022, 16:30 Uhr
Forschung an der Charité zu Long Covid © ZDF/Christoph Lerch

Jeder zehnte Deutsche leidet noch Wochen und Monate nach einer Corona-Infektion unter Symptomen. Long Covid heißt die neue Krankheit, für die es noch keine Heilung gibt. "WissenHoch2" gibt am Donnerstag, 10. November 2022, ab 20.15 Uhr, in der 3sat-Wissenschaftsdoku "Rätsel Long COVID" einen Überblick über die Erkenntnisse und begleitet Patientinnen und Patienten bei ihrem Kampf gegen die Krankheit. Im Anschluss diskutiert Gert Scobel in "scobel: Vormarsch der Seuchen", 21.00 Uhr, mit seinen Gästen, wie man sich besser vor Pandemien schützen und damit umgehen kann. 

Kurzatmigkeit, schwere Erschöpfung, Muskelschmerzen, Konzentrationsschwäche: Viele Patientinnen und Patienten können nach einer Corona-Infektion monatelang nicht arbeiten oder gar Alltag bewältigen. Weltweit hat die Forschung zu dieser postviralen Erkrankung gerade erst begonnen. An der Berliner Charité untersucht Professor Carmen Scheibenbogen, ob eine fehlgeleitete Immunreaktion die Ursache sein könnte. Sie erforscht, welche bereits zugelassenen Medikamente gegen Long Covid infrage kämen. Die wenigsten Kenntnisse hat man bislang zu Long Covid bei Kindern und Jugendlichen. Eine aktuelle Long-Covid-Studie zu Therapien und Rehamaßnahmen leitet Dr. Daniel Vilser von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Jena. An der Universitätsklinik Erlangen hat Dr. Bettina Hohberger erste Erfolge mit einem ursprünglich in der Augenheilkunde eingesetzten Medikament erzielt. Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen rechnen Expertinnen und Experten mit vielen Long-Covid-Betroffenen. 

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt die Sendung "scobel: Vormarsch der Seuchen". Die Coronapandemie hat Gesellschaften und Wirtschaft weltweit erschüttert. Für die Wissenschaft kam die Pandemie keineswegs überraschend; doch ihre jahrelangen Warnungen blieben ohne Konsequenzen. Das muss sich ändern, denn ein vermehrtes Auftreten neuer Pandemien ist nur eine Frage der Zeit. Beispiel Polio: Gerade sind die ersten Fälle in den USA, Großbritannien und Israel bekannt geworden. Dabei galt Kinderlähmung in den meisten Teilen der Welt als ausgerottet. Noch in den 1980er-Jahren war die Krankheit in 125 Ländern verbreitet. Erst eine weltweite Impfkampagne konnte die Verbreitung der Polioviren stoppen. Heute bereits bekannte Viren könnten in den nächsten Jahren zu einer Gefährdung des Menschen werden, warnen Forschende. Die schwindende Biodiversität wird zu einer Zunahme von Krankheiten und Infektionen zwischen Tieren und Menschen führen. Wie kann man sich besser schützen? Können Pandemien heute besser verhindert oder vorhergesagt werden? Ist die Gesellschaft heute besser in der Lage, Pandemien besser zu managen? Über diese und andere Fragen diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, darunter die Virologin und außerordentliche Professorin Isabella Eckerle. Sie leitet das Zentrum für Neuartige Viruserkrankungen in der Abteilung für medizinische Fachgebiete an den Universitätskliniken in Genf. 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel zum gleichen Thema mit einem interdisziplinären Team von Expertinnen und Experten. 

Fotos sind erhältlich über  https://presseportal.zdf.de/presse/wh2 

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Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
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Mainz, 02. November 2022