3sat-Dokumentarfilmpreis 2020 geht an "Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist"

Mo, 09.11.2020, 00:28 Uhr
Der Arbeitsplatz von Adolf Beutler © ZDF/Sabine Herpich

Der Film "Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist" (Deutschland 2020) von Sabine Herpich erhält auf der 44. Duisburger Filmwoche den mit 6000 Euro dotierten 3sat-Dokumentarfilmpreis für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm. Der 3sat-Dokumentarfilmpreis wird von den vier 3sat-Partnern ZDF, ORF, SRG und ARD gestiftet und seit 1996 auf der Duisburger Filmwoche für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm aus dem Festivalprogramm vergeben. "Auch wenn die Bedingungen, unter denen Kultur aktuell stattfinden kann, alles andere als erfreulich sind, sind wir froh darüber, unseren Beitrag leisten zu können, und – allen Widrigkeiten zum Trotz – auch dieses Jahr den 3sat-Preis im Wettbewerb vergeben zu können. Nunmehr zum 25. Mal und weiterhin als verlässlicher Partner an der Seite der Filmwoche", sagte 3sat-Koordinatorin Natalie Müller-Elmau.

In ihrem Film beobachtet Sabine Herpich Künstlerinnen und Künstler der Kunstwerkstatt Mosaik in Berlin-Spandau bei der Arbeit. Was anfangs wie ein Beschäftigungsprojekt für Menschen mit Behinderung wirkt, erweist sich als ein Ort der Grenzüberschreitung. Hier vollzieht sich sichtbar eine Verwandlung, eine Aneignung von Welt und eine künstlerische Zwiesprache mit ihr. In der Begründung der Jury heißt es: "Der Blick der Kamera ist konzentriert. Unaufdringlich richtet er sich auf das Wesentliche: die Menschen in der Berliner Kunstwerkstatt Mosaik und die besonderen Bedingungen, unter denen ihre Arbeiten entstehen. (…) Unvoreingenommen, außergewöhnlich langmütig und einfühlsam porträtiert 'Kunst kommt aus dem Schnabel wie er gewachsen ist' nicht nur eine vorbildliche soziale und künstlerische Einrichtung. Wie beiläufig wirft der Film auch die großen Fragen auf – nach dem Wesen der Kunst, den Bedingungen ihrer Produktion und ihrer gesellschaftlichen Relevanz. So ernst, reflektiert, genau und schön sind Filme selten. Das hat uns sehr berührt." Der unabhängigen Jury gehören in diesem Jahr Michael Baute, Dozent für Filmgeschichte an der dffb Berlin, Filmwissenschaftlerin und Filmkritikerin Julia Zutavern aus Zürich und Filmemacherin, Dramaturgin und Drehbuchautorin Gabriele Mathes aus Wien an.

Neben der Vergabe des 3sat-Dokumentarfilmpreises begleitet 3sat die Duisburger Filmwoche auch in seinem Programm: Von Montag, 9., bis Dienstag, 17. November 2020, zeigt 3sat vier Dokumentarfilme aus den vergangenen Wettbewerben. Den Auftakt am Montag, 9. November 2020, 22.30 Uhr, macht der 3sat-Dokumentarfilmpreisträger 2017 "Tiere und andere Menschen" (Österreich 2017) von Flavio Marchetti. Am Dienstag, 10. November 2020, folgt um 23.00 Uhr "Brüder der Nacht" (Österreich 2016) von Patric Chiha – ausgezeichnet mit dem 3sat-Dokumentarfilmpreis 2016. Am Montag, 16. November 2020, 22.30 Uhr, zeigt 3sat "Bewegungen eines nahen Bergs" (Österreich/Frankreich 2019) von Sebastian Brameshuber – ausgezeichnet mit dem 3sat-Dokumentarfilmpreis 2019. Zum Abschluss am Dienstag, 17. November 2020, 23.00 Uhr, folgt "Geschmack der Hoffnung – Taste of Hope", der im vergangenen Jahr im Wettbewerb der Duisburger Filmwoche lief.

Unter dem Thema "DokFilmfestival" präsentiert 3sat unter https://3sat.de weitere Dokumentarfilme und das "3sat-Extra" von der Duisburger Filmwoche 2020: Ein Werkstattgespräch zwischen Kultur- und Medienwissenschaftlerin Elena Meilicke und Dokumentarfilm-Regisseurin Rosa Hannah Ziegler. Ihr Film "Ab 18! – Ich habe Dich geliebt", der in diesem Jahr auf der Duisburger Filmwoche vertreten war, erhält im Wettbewerb für kurze und mittellange Dokumentarfilme eine lobende Erwähnung und ist im "DokFilmfestival" zu sehen.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 09. November 2020