3sat zeigt "Die Geträumten" zum 50. Todestag Paul Celans

Mi, 15.04.2020, 01:28 Uhr
Anja Plaschg und Laurence Rupp in Ruth Beckermanns Film "Die Geträumten" © ZDF/ORF/Ruth Beckermann Filmproduktion

Liebe und Hass, richtige und falsche Worte: Im Zentrum von Ruth Beckermanns Film "Die Geträumten" (Österreich 2016) steht der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, die sich im Nachkriegs-Wien kennengelernt haben. Mit dem Film am Samstag, 18. April 2020, 21.45 Uhr, erinnert 3sat an den Lyriker Paul Celan, dessen Todestag sich in diesem Frühjahr zum 50. Mal jährt.

Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan bildet die Textgrundlage zu "Die Geträumten". Die dramatische, rauschhafte, aber auch unendlich traurige Liebesgeschichte zwischen Bachmann und Celan beginnt 1948, als sie 22 und er 27 Jahre alt ist, und sie endet mit dem Suizid Celans 1970 in Paris. Für Ingeborg Bachmann ist es die große Liebe ihres Lebens. Und doch hört sie nie auf, in ihm den Fremden zu sehen und ein bisschen wohl auch zu fürchten: einen Juden aus Czernowitz, dessen Eltern im Holocaust umgekommen sind, während sie selbst nichts dergleichen erlebt hat. Sie liebt ihn und stößt an Grenzen, an ihre eigenen und an seine. Es geht nicht immer nett zu in diesen packenden Briefen. In einem Moment des Zweifels fragt sie: "Sind wir nur die Geträumten?"

Schauspielerin Anja Plaschg und Schauspieler Laurence Rupp treffen sich in einem Tonstudio, um aus den Briefen zu lesen. Die dramatisch schwankenden Gefühle der Briefe – zwischen Rausch und Verlustangst, Entzücken und Erschrecken, Nähe und Fremdheit – gehen auf die Schauspieler über. Aber sie amüsieren sich auch, streiten, rauchen, reden über Tattoos und Musik. Ob die Liebe damals oder die Liebe heute, ob Inszenierung oder Dokumentation: Wo die Ebenen verschwimmen, schlägt das Herz des Films.

ZDF
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3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 15. April 2020