3sat zeigt vierteilige Doku "Mit dem Postauto durch die Schweiz"

Do, 12.05.2022, 14:05 Uhr
Für den Postauto-Fahrer eine Herausforderung: In Serpentinen geht es von der Ofenpasshöhe hinunter ins Tal © ZDF/SRF

"Man muss nicht fahren, man darf fahren!", sagt Geri Inniger, einer von 20 Postautofahrern, der auf die Griesalp fährt. Die vierteilige Schweizer Doku "Mit dem Postauto durch die Schweiz" zeigt ab Montag, 16. Mai 2022, 20.15 Uhr, die schönsten Schweizer Strecken und begleitet Chauffeure auf ihren Fahrten von Meiringen bis auf die Griesalp. 

Die "Rosenlaui-Linie" von Meiringen nach Grindelwald führt entlang schroffer Felswände und tiefer Schluchten durch das Reichenbachtal auf die Grosse Scheidegg. Die ganze Fahrt über bieten sich großartige Ausblicke auf die Bergriesen des Berner Oberlandes. Die einspurige Straße über die knapp 2.000 Meter hohe Grosse Scheidegg nach Grindelwald ist für den motorisierten Verkehr gesperrt. Nur das Postauto darf hier fahren: "Ein bisschen Nervenkitzel ist immer dabei", sagt Christian Eggler, der die "Rosenlaui-Linie" schon seit 15 Jahren befährt. Der "Palm Express" führt von den Gletschern im Oberengadin ins palmenreiche Tessin. Er führt durch zwei Länder und drei Sprachregionen, vorbei an vier Seen – dazwischen Giacomettis Lieblingslandschaften und das offiziell schönste Dorf der Schweiz, Soglio. Erico Crameri fährt die Strecke von St. Moritz nach Lugano bald 40 Jahre. Langweilig wird ihm dabei nie. Die Engadin-Meran-Linie verbindet die Schweiz mit Italien. Erst schiebt sich das Postauto über den Ofenpass, dann geht es durch das mystische Val Müstair Tal voll ursprünglichem Charme, bevor man das Ziel, den Bahnhof von Mals in Südtirol, erreicht. Auf der Reise legt das Postauto rund 1.000 Höhenmeter in eineinhalb Stunden zurück. Unterwegs spricht man Schweizerdeutsch, Rätoromanisch, Südtirolerisch. Geri Inniger ist einer von nur 20 Postautofahrern, der auf die Griesalp fährt: "Man muss nicht fahren, man darf fahren!", sagt er. Es ist die steilste und anspruchsvollste Postautostrecke Europas. Mit 28 Prozent Steigung schlängelt sich die Serpentinenstrecke in extrem engen Kehren nach oben. Manchmal bleiben zwischen dem Kleinbus und den Felswänden nur zehn Zentimeter Platz. Geri ist in der Saison fast täglich zwischen Depot und Endstation unterwegs, meidet Steinschlag und Schlammlawinen, denn die Landschaft um den wilden Gamchibach ist ständig in Bewegung. Die 20.000 Touristinnen und Touristen, die die Busstrecke jährlich nutzen, fühlen sich wie mitten in eine Schweiz-Postkarte gebeamt. 

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 12. Mai 2022