Ameisenbläuling und Steirischer Fanghaft: 3sat zeigt Doku "Geheimnisvolle Wiesenwelt"

Di, 05.04.2022, 12:28 Uhr
Kameramann Franz Posch im Naturschutzgebiet Pürgg-Trautenfels / Foto: ZDF/ORF/Posch TV Filmproduktion/Elisabeth Frauscher

10.000 Tierarten leben mit oder von den Gräsern und Blüten der Wiesen. Doch die industrialisierte Landwirtschaft hat viel verändert, viele Arten sind gefährdet. Aber es gibt sie noch, die österreichischen Naturwiesen. Und alles, was dort krabbelt, flattert oder sich verpuppt, hat Kameramann Franz Posch für die österreichische Dokumentation "Geheimnisvolle Wiesenwelt" von Filmemacherin Waltraud Paschinger festgehalten – Montag, 11. April 2022, 20.15, in 3sat.

Wiesen sind erdgeschichtlich betrachtet sehr junge Lebensräume. Sie entstanden nach der letzten Eiszeit, als Menschen sesshaft wurden und für Tierherden Weiden und Futterplätze schufen, Felder bestellten, rodeten und mähten. Doch diese Wiesen habe heute Seltenheitswert. Durch frühes und häufiges Mähen, sodass Blüten nicht mehr abblühen und Samen werfen können, durch Düngen und den Einsatz schwerer Geräte lebt nur noch auf knapp zwei Prozent aller Wiesen die einstige Vielfalt. Viele Tiere und Pflanzen brauchen einander, um überleben zu können. Der Steirische Fanghaft – ein fragiles, bizarres, langflügeliges Insekt – braucht die Wolfsspinne. Der Ameisenbläuling, ein Schmetterling, ist abhängig von ganz bestimmten Blüten und Ameisen. Stirbt das eine aus, geht auch das andere für immer verloren. Um diesen komplexen Wiesenlebensgemeinschaften nachzuspüren, hat Kameramann Franz Posch tief in das Wiesendickicht geblickt. Mit Spezialtechniken, Können und Geduld hat er viele der winzigen Lebewesen in beeindruckenden Bildern eingefangen und sichtbar gemacht.

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 05. April 2022