Böden im Burnout: "WissenHoch2" in 3sat mit Doku und "scobel"

Do, 01.04.2021, 09:30 Uhr
Böden aus Ökolandbau sind in der Regel fruchtbarer durch Milliarden von Bodenorganismen. Daher sind sie auch lockerer als Böden aus konventionellem Anbau © ZDF/Berndt Welz

Fruchtbare Äcker sind ein kostbares Gut – und lebenswichtig für unsere Ernährung. Der Einsatz von zu viel Chemie ist katastrophal, denn Pestizide sorgen für Artensterben, kontaminieren Böden und töten die für einen gesunden Humusaufbau benötigten Mikroorganismen ab. Die Wissenschaftsdokumentation "Böden im Burnout – wie Chemie Bienen und Äcker bedroht" von Berndt Welz macht die Auswirkungen von Überdüngung und Pestiziden auf Umwelt und Mensch deutlich. 3sat zeigt die Doku im Rahmen von "WissenHoch2" am Donnerstag, 8. April 2021, 20.15 Uhr, in Erstausstrahlung. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel in der Sendung "scobel – Lebensraum Boden", ebenfalls eine Erstausstrahlung, mit seinen Gästen über mögliche Auswege. Beide Sendungen sind ab Sendedatum fünf Jahre lang in der 3sat-Mediathek abrufbar.

Glyphosat, Neonicotinoide, Organophosphate, Pyrethroide: Das sind nur einige von etwa 1000 zugelassenen Pflanzenschutzmitteln in Deutschland. Mit ihnen werden in der Landwirtschaft Schädlinge, Pilze und Wildkräuter vernichtet. Rund 90.000 Tonnen Pestizide kommen pro Jahr zum Einsatz. Die Doku "Böden im Burnout – wie Chemie Bienen und Äcker bedroht" zeigt, dass das ein Milliardengeschäft für Chemieunternehmen ist und was das für Umwelt und Natur bedeutet. Seit Langem stehen Nervengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide im Verdacht, weltweit für ein enormes Bienensterben verantwortlich zu sein. 2021 werden nach fast 30 Jahren die letzten Neonicotinoide EU-weit verboten. Doch für eine Entwarnung ist es zu früh: Zum einen gibt es weiterhin Notfallzulassungen für Neonicotinoide, zum anderen sind ähnlich wirkende Stoffe schon längst auf dem Markt. Und in vielen Ländern außerhalb der EU sind diese Pflanzenschutzmittel immer noch erlaubt. Fast 40 Prozent des EU-Budgets gehen in die Landwirtschaft. Die Gemeinsame Agrarpolitik wurde im Oktober 2020 für sieben Jahre neu verhandelt. Eigentlich sollten die durchschnittlich etwa 50 Milliarden Euro Agrarhilfen pro Jahr auch eine umwelt- und klimaschonende Anbauweise fördern. Doch die nun verabschiedete Reform gibt kaum Anlass zu Optimismus.

Im Anschluss, um 21.00 Uhr, folgt "scobel – Lebensraum Boden". Ein gesunder fruchtbarer Boden ist der am dichtesten besiedelte Lebensraum der Erde. Nur durch das Zusammenspiel von Milliarden von Mikroorganismen und Kleinlebewesen entsteht diese überlebenswichtige dünne Schicht, die den Menschen ernährt und das Klima reguliert. Die industrielle Landwirtschaft hat dieses System bereits empfindlich gestört. Warum reichen die bisherigen politischen Maßnahmen nicht, um das Ökosystem Boden zu retten? Und welche innovativen Wege könnten helfen, die Ressource zu schützen und für die Zukunft zu erhalten? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, der Geographin und Agrarwissenschaftlerin Dr. Andrea Beste, dem Forstwissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten Peter Laufmann sowie dem Mediziner, Biologen und Facharzt für Gerichtsmedizin Prof. Martin Grassberger, der die Folgen industrieller Landwirtschaft für die Gesundheit von Mensch und Natur untersucht. 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen, um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel zum gleichen Thema mit einem interdisziplinären Team von Expertinnen und Experten.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 01. April 2021