Das "Silicon Valley" der Neuzeit: 3sat zeigt zweiteilige Spiel-Doku "Die Fugger im Silberreich"

Di, 19.10.2021, 10:28 Uhr
Johannes (Martin Leutgeb) vor der Stadtmauer in Groß-Enzersdorf © ZDF/ORF/Produktion West/Gerhard Mader

Die Fugger gelten als eine der wichtigsten deutschen Handelsdynastien des Spätmittelalters. Ihren großen Aufschwung und Einfluss verdankte die Augsburger Unternehmerfamilie dem Silberabbau in Schwaz in Tirol. Der Silberbergbau veränderte im Spätmittelalter die Welt. Aus kleinen Dörfern in Tirol entwickelte sich das "Silicon Valley" der Neuzeit. 3sat zeigt die zweiteilige Spiel-Dokumentation "Die Fugger im Silberreich" von Anita Lackenberger am Dienstag, 26. Oktober 2021, um 23.00 Uhr (Teil 1) und 23.45 Uhr (Teil 2) in Erstausstrahlung. Die Spiel-Doku bringt den Zuschauerinnen und Zuschauern das weltumspannende Reich der Fugger näher. Nachbildungen an Originalschauplätzen zeigen die Lebenswelt der Bergleute und der wirtschaftlichen Entscheidungsträger dieser Epoche.

Schon Ende des 15. Jahrhunderts beschäftigte sich die Augsburger Unternehmerfamilie der Fugger mit dem Bergbau. Mit der Übernahme der Silberbergwerke in Schwaz in Tirol 1522 wurden sie zum europaweit führenden Unternehmen in der Montanindustrie. Mit dem Schwazer Silber wurden Imperien gekauft und Kriege finanziert. Schwaz war damals mit rund 20.000 Einwohnern der zweitgrößte Ort im Habsburgerreich. Bis zu 10.000 Knappen suchten und fanden dort vor 500 Jahren Silber und Kupfer und machten die Stadt zur größten Bergbaumetropole der Welt. 85 Prozent des weltweit geschürften Silbers kamen damals aus dieser Mine. Der Bergbau sorgte auch für zahlreiche wirtschaftliche und technische Innovationen. Das Fugger'sche Imperium schuf neue Handelswege, Schlösser wurden erbaut, neue Betriebe zur Verwertung der Bergschätze gegründet, und ein neues Bankwesen wurde etabliert, das sich auf die katholische Kirche als wesentlichen Grundpfeiler stützt. Aus ganz Europa strömten Menschen in das "Silberreich", um hier Arbeit zu finden. Die Arbeitsbedingungen waren hart. An der technischen Ausstattung im Berg wurde gespart, immer wieder kam es zu Unfällen.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 19. Oktober 2021