Kinder im Krieg: 3sat zeigt Schweizer Dokumentationen über die Lage im Jemen und das Schicksal einer syrischen Familie

Mi, 29.05.2019, 15:30 Uhr
Kinder in Aden (Szene aus "Jemen, der vergessene Krieg") © ZDF/SRF

22 Millionen Menschen im Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Acht Millionen davon sind direkt von einer Hungersnot bedroht. Was das für den Einzelnen bedeutet, dokumentieren Pascal Weber und Marine Pradel in "Jemen, der vergessene Krieg" am Mittwoch, 5. Juni 2019, um 20.15 Uhr in 3sat. Im Anschluss, um 21.05 Uhr, zeichnet Stefano Ferrari das Schicksal des kleinen Ahmad und seiner Familie in der Erstausstrahlung "Eine Familie aus Syrien" nach.

 

Große Teile des Jemens liegen in Schutt und Asche, die humanitäre Situation ist katastrophal. Westliche Journalisten schaffen es kaum, aus dem Land zu berichten. Pascal Weber und Marine Pradel erhielten nach vielen Bemühungen Zugang zum Süden des Landes. Sie reisen unter anderem in die provisorische Hauptstadt nach Aden. Dort bekämpfen sich heute Warlords, südjemenitische Separatisten, Dschihadisten. Und selbst die eigentlich Verbündeten im Kampf gegen die Huthi-Rebellen, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, ringen in Aden um die Vorherrschaft. In einem Krankenhaus in Aden liegt der drei Monate alte Mohammed. Er kam mit einer Fehlbildung zur Welt, die häufig vorkommt und meistens operativ korrigiert werden kann. Nicht so im Jemen. Kein einziges Krankenhaus ist derzeit in der Lage, diese Operation durchzuführen. Das Baby ringt um sein Leben. In einem Lager trifft das Filmteam auf Geflüchtete, die auf sich allein gestellt sind. Verletzt, erkrankt und traumatisiert suchen sie nach Worten, was die treibenden Kräfte dieses Krieges sind. Doch es gibt auch Hoffnung. Die zwölfjährige Noor ist fest entschlossen: "Ich will Architektin werden und mein Land wieder aufbauen!" 3sat zeigt "Jemen, der vergessene Krieg" am Mittwoch, 5. Juni 2019, um 20.15 Uhr.

 

Im Anschluss, um 21.05 Uhr, zeichnet Stefano Ferrari in der Dokumentation "Eine Familie aus Syrien" das Schicksal des kleinen Ahmad und seiner Familie nach. Der kleine Ahmad leidet an einer Fehlbildung des Rückenmarks. In der Hoffnung auf ein besseres Leben und medizinische Betreuung entfloh seine Familie dem syrischen Bürgerkrieg. Auf der Flucht musste sich die Familie trennen. Die Mutter blieb mit zwei Kindern im Irak zurück. Der Vater reiste mit Ahmad und seinem ältesten Sohn durch die Türkei über Deutschland in die Schweiz. Über Jahre blieb die Familie auseinandergerissen. Nach einer geglückten Integration in der italienischsprachigen Schweiz wurden der Vater und die beiden Söhne jedoch nach Deutschland ausgewiesen. Denn nach dem Dubliner Abkommen werden Asylbewerber dort platziert, wo ihre Fingerabrücke als Erstes abgenommen wurden. Engagierte Mütter aus dem Tessin unterstützen die drei auch an ihrem neuen Ort in Deutschland. Sie kämpfen dafür, dass Ahmad endlich eine Antwort bekommt auf die Frage: "Wann kommt endlich Mama?"

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 29. Mai 2019