Kleidung als Gewissensfrage: 3sat-Doku über Slow Fashion, Upcycling und fairen Handel

Fr, 14.06.2019, 11:00 Uhr
Regelmäßig holt sich Cloed Baumgärtner beschädigte B-Ware von der Volkshilfe Wien und macht in einem Upscycling Prozess Neues daraus © ZDF/ORF/Langbein & Partner

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Modeproduktion weltweit verdoppelt und die Tragedauer halbiert. Die österreichische Dokumentation "Faire Mode statt Fast Fashion – Kleidung als Gewissensfrage" von Kurt Langbein und Katharina Wohlgenannt, die 3sat am Mittwoch, 19. Juni 2019, um 20.15 Uhr in Erstausstrahlung zeigt, blickt auf nachhaltige Gegenstrategien. Im Anschluss, um 21.05 Uhr, begleitet die Dokumentation "Haben oder Sein" fünf Familien, die Wege der Nachhaltigkeit jenseits von Gier und Profitstreben gehen.

 

Die Modeindustrie ist ein großer Umweltverschmutzer: Ökologische Ausbeutung und unmenschliche Arbeitsbedingungen sind in dieser Branche Alltag. Dahinter steckt das Geschäftsmodell Fast Fashion, bei dem Bekleidung zu Wegwerfware wird. Viele Modemacherinnen und Modemacher sowie Konsumentinnen und Konsumenten wollen das nicht akzeptieren, und es gibt zunehmend Alternativen: Slow Fashion, Upcycling, lokale und biologische Produktion, fairen Handel und vieles mehr. Auch Kleider selbst zu nähen oder auszuleihen, sind trendige Möglichkeiten, Fashion slow zu machen. Die Röcke und Blusen der Schweizer Modemacherin Cloed Baumgartner zum Beispiel waren früher einmal Herrenanzüge und Herrenhemden. Die Leinen-Jeans von Flachsbauer Stefan Fölser aus dem Böhmerwald wiederum haben während ihrer Herstellung nur ein Zehntel des Transportweges konventionell produzierter Jeans zurückgelegt. Die Kleider der Wiener Designerin Katharina Mühlberger bestehen aus indischer Fairtrade-Biobaumwolle und wurden von einer Kooperative von sozial benachteiligten Frauen aus den Slums von Mumbai geschneidert.

 

Im Anschluss, um 21.05 Uhr, begleitet die Dokumentation "Haben oder Sein" (Österreich 2017) fünf Familien, die ganz unterschiedliche Wege der Nachhaltigkeit gehen. Da sind unter anderen die Familie Hilmar aus dem Wohnprojekt Wien, wo man Wohnraum selbst verwaltet, die Familie Schmidt aus dem Weinviertel, Pioniere der Biolandwirtschaft, und die Bewohnerinnen und Bewohner der "Allmende Wulfsdorf" nahe Hamburg.