"Mit Kunst gegen Lukaschenko" – 3satKulturdoku über die Protestbewegung in Belarus

Do, 18.02.2021, 13:00 Uhr
Viele seine Arbeiten kann der Maler Ales Puschkin nicht ausstellen, z.B. diese mit den rot-weißen Farben der Opposition. Offiziell ist die rot-weiße Flagge in Belarus verboten © Roman Schell

Die Proteste in Belarus werden zunehmend zu einem kulturellen Aufstand. Präsident Alexander Lukaschenko kämpft mit Gewalt gegen die Symbole der Bewegung. Er lässt Bilder zerstören, Chöre verfolgen, schürt Angst und Gewalt. Wie lange wird die Protestbewegung noch durchhalten? Mit dieser Frage beschäftigt sich am Samstag, 20. Februar 2021, 19.20 Uhr in Erstausstrahlung, die 3satKulturdoku "Mit Kunst gegen Lukaschenko" von Roman Schell. Die Dokumentation ist am Sendetag ab 10.00 Uhr in der 3sat-Mediathek ein Jahr lang verfügbar.

Galina ist freie Dirigentin und wurde verhaftet – wegen der Teilnahme an einer nicht genehmigten Kundgebung. Sie dirigierte ehrenamtlich den Freien Chor Minsk. Die etwa 300 professionellen Musikerinnen und Musiker haben eine geschlossene Gruppe in sozialen Netzwerken gegründet und versammeln sich spontan an verschiedenen Orten von Minsk, um aus Protest gegen Diktatur, Polizeigewalt und Wahlbetrug zu singen. Zwei Songs – dann ist Schluss, bevor die Polizei kommt. 

Viele Arbeiten des belarussischen Malers Ales Puschkin sind schon seit mehr als 20 Jahren verboten. Puschkins Karriere begann 1989, als er ein Bild mit seinem eigenen Blut malte. Dieses Bild reproduziert er nun immer wieder mit Farbe in Minsk – und immer wieder wird es von den Behörden übersprüht. In seinem Heimatdorf hat er in einer Kirche den Diktator Lukaschenko vor dem Gericht Gottes ins Bild gesetzt. Das Bild wurde übermalt, die Kirche später in Brand gesetzt.

Die Bevölkerung von Belarus protestiert auf vielfältige Weise – mit Flashmobs, Performances und Straßenkunst. Max beispielsweise sprüht seit August 2020 regelmäßig Parolen der Opposition an die Wände der Stadt. Dafür drohen in Belarus 15 Tage Haft, Prügel und Geldstrafe.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 18. Februar 2021