"Ostereier – Fantastisch, bunt und voller Magie" / 3sat-Dokumentation über traditionelle Ostereierverzierungen

Mo, 06.04.2020, 13:28 Uhr
Mährische Ostereier werden erst lackiert, bevor mit einem Stahlmesser filigrane Muster in die Schale gekratzt werden © ZDF/ORF/Produktion West/Anita Lackenberger

Ostereier zu verzieren, ist eine alte und weitverbreitete Tradition. Die 3sat-Dokumentation "Ostereier – Fantastisch, bunt und voller Magie" von Anita Lackenberger, am Ostersonntag, 12. April 2020, um 19.10 Uhr stellt verschiedene Techniken der Ostereierverzierungen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Tschechien und Rumänien vor und erzählt von regionalen Osterbräuchen.

Bei der Verzierung von Ostereiern gibt es zahlreiche Techniken. Eine Variante: Schutz- und Glückssymbole aus Wachs werden auf die Eier aufgetragen; zwischen den einzelnen Arbeitsschritten werden die Eier immer wieder in neue Farben getaucht. Eine andere Methode ist, die Eier zuerst zu färben und dann mit einem Stahlmesser ein Muster in die Schale einzukratzen. Es gibt auch beschlagene Ostereier, die mit Metallornamenten, die mit kleinen Nägeln an der Schale befestigt werden, geschmückt sind.

Die Wachstechnik ist bei sorbischen Künstlern im deutschen Brandenburg verbreitet. Aus Punkten, Strichen und Dreiecken ergeben sich Symbole, die für Eingeweihte eine besondere Bedeutung haben. So stehen zum Beispiel Sonnen für Kraft und sollen gegen Kummer helfen. Auch der rumänische Ethnologe Sebastian Paic bedient sich einer Wachstechnik, um seine Ostereier mit traditionellen Mustern zu bemalen. Erst wenn das Wachs geschmolzen ist und alle Farbgänge abgeschlossen sind, weiß er, ob sein Kunstwerk gelungen ist. Im tschechischen Dorf Borkovany entstehen die außergewöhnlichen mährischen Ostereier: Sie werden zuerst schwarz lackiert und anschließend werden mit einem Stahlmesser verschiedene Muster eingekratzt. Das "Eier-Kratzen" ist auch im Stinatz in Österreich Tradition. Boglárka Hodnik beherrscht die seltene Kunst, beschlagene Ostereier herzustellen. Die Ungarin arbeitet mit einer von ihrem Vater entwickelten Mischung aus Zinn und Blei, die flexibel genug ist, um metallische Symbole wie Hufeisen, Blumen oder Kreuze in die richtige Form biegen und auf Eiern anbringen zu können.

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3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 06. April 2020