Provokant und selbstironisch: 3sat zeigt den Schweizer Dokumentarfilm "Die Gentrifizierung bin ich"

Mo, 09.09.2019, 01:28 Uhr
Vertikales Bauen © ZDF/SRF/Ican Films

Aufgewachsen am Zürichberg, als Jugendlicher Hausbesetzer und jetzt Besitzer mehrerer Zweitwohnungen: Filmemacher Thomas Haemmerli setzt sich in seinem Dokumentarfilm "Die Gentrifizierung bin ich – Beichte eines Finsterlings" (Schweiz 2017) humorvoll mit der Gentrifizierung auseinander. 3sat zeigt den Film am Montag, 16. September 2019, um 22.25 Uhr in deutscher Erstausstrahlung.

Regisseur Thomas Haemmerli ("Sieben Mulden und eine Leiche") macht sich lustig über alles und jeden: Über die Linken, die alles bewahren wollen und sich vor Fortschritt fürchten. Über die Rechten, die jammern, der Fremde nehme ihnen Wohnung, Arbeit und den letzten Eisenbahn-Sitzplatz weg. Der Essay streitet für dichte, vertikal gebaute Städte und erklärt die 20-Millionen-Metropole São Paulo zum Vorbild für die Schweiz. Er folgt der Wohnvita des Autors, der früher Häuser besetzte und heute – im Trendquartier – Eigentum besitzt, der weltweit Wohnungen sammelt und sich damit selbst zum Gentrifizierungsschurken macht. Haemmerli entführt in Weltmetropolen wie Tiflis, São Paulo und Mexiko-Stadt. Und er untersucht, warum in den Schweizer Städten Wohnungen so teuer sind, obwohl überall Baukräne stehen. Ohne die Moralkeule zu schwingen, fragt er, warum allerorten renoviert wird und die Mieterschaft plötzlich auf der Straße steht. Ein rasant geschnittener, innovativ gestalteter Film – humorvoll, selbstironisch, provokant.

Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon: 06131 – 70-16100, und über https://presseportal.zdf.de/presse/dokumentarfilmzeit

Der Film als Video-Stream für akkreditierte Journalisten im 3sat-Pressetreff: https://kurz.zdf.de/hdQ/