Silberner Bär für die ZDF/3sat-Koproduktion "Ich war zuhause, aber" und zwei weitere Preise

Sa, 16.02.2019, 22:15 Uhr
Nach dem Tod ihres Mannes findet Astrid (Maren Eggert), umgeben von Licht und Wasser, Trost und Ruhe in der Begegnung mit den Elementen der Natur © Nachmittagfilm, Ivan Markovic

Die ZDF/3sat-Koproduktion "Ich war zuhause, aber" von Angela Schanelec (Redaktion: Ingrid Gränz, Maik Platzen) hat bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin am 16. Februar 2019 den Silbernen Bär für die Beste Regie erhalten. Auszeichnungen erhielten auch zwei Dokumentarfilme, die ebenfalls unter ZDF/3sat-Beteiligung entstanden sind: "Erde" von Nikolaus Geyrhalter (Redaktion : Udo Bremer) gewann den Preis der Ökumenischen Jury und "Heimat ist ein Raum aus Zeit" von Thomas Heise (Redaktion : Udo Bremer) wurde mit dem Caligari-Preis prämiert.

 

Phillip, der mit seiner Mutter und seiner achtjährigen Schwester Flo in bürgerlichen Verhältnissen lebt, kehrt nach einer Woche, in der er spurlos verschwunden war, nach Hause zurück. Was er gesucht hat - ein Ausgeliefertsein an die Natur oder eine Annäherung an den Tod, ausgelöst durch den Tod seines Vaters, vermuten seine Mutter und Lehrer. In den ersten Wochen nach seiner Rückkehr kommt die Normalität des täglichen Lebens nur stolpernd wieder in Gang. Nachdem die Mutter glaubte, sich zumindest um seine körperliche Unversehrtheit nicht mehr sorgen zu müssen, kommt Phillip jedoch mit einer Blutvergiftung ins Krankenhaus. Aufgerieben zwischen erneuter Sorge um das Kind, Versagensängsten und Schuldgefühlen, verliert die Mutter die Nerven. Aber die Kinder wenden sich nicht ab. Das Gefüge der Familie zerfällt, um sich neu zu bilden. Der Spielfilm "Ich war zuhause, aber" - ausgezeichnet mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie - von Angela Schanelec ist eine Auseinandersetzung mit dem Überleben und damit, was der Tod im Leben bedeutet. Angela Schanelec, geboren 1962, studierte zunächst Schauspiel und von 1990 bis 1995 Regie an der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin. Nach "Orly" (2010), der im Forum der Berlinale lief und den deutschen Filmkunstpreis Ludwigsburg erhielt, ist "Ich war zuhause, aber" die zweite Zusammenarbeit mit ZDF/3sat. Credits: Ich war zuhause, aber (I Was at Home, But), Deutschland/Serbien 2019; Buch, Regie, Schnitt: Angela Schanelec; Kamera: Ivan Markovic; Ton: Andreas Mücke-Niesytka, Rainer Gerlach; Ausstattung: Reinhild Blaschke; Kostüm: Birgitt Kilian; Maske: Monika Münnich; Casting: Ulrike Müller; Ausführende Produzentin: Jana Cisar; Förderungen: BKM, Medienboard Berlin-Brandenburg, FFA, mit Unterstützung des Filmcenter Serbien; Produktion: Nachmittagfilm Angela Schanelec, Dartfilm in Koproduktion mit ZDF/3sat; Redaktion: Ingrid Gränz, Maik Platzen (ZDF/3sat); Besetzung: Maren Eggert (Astrid), Jakob Lassalle (Phillip), Clara Möller (Flo), Franz Rogowski (Lars), Lilith Stangenberg (Claudia), Alan Williams (Herr Meissner), Jirka Zett (Astrids Freund), Dane Komljen (Junger Regisseur) u.a.

 

Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilm "Erde" erhielt den Preis der Ökumenischen Jury in der Sektion Forum "für die Beschreibung der Verwüstung unseres Planeten durch menschliches Eingreifen - ein drängendes Thema unserer Zeit. Dieser Dokumentarfilm zeigt brennend scharfe Bilder von der Zerstörung der Topographie der Erde und ebenso offenherzige Gespräche mit Arbeitern, Ingenieuren und Wissenschaftlern. Die Jury hebt besonders das Klagelied einer indigenen Kanadierin für Mutter Erde am Ende des Films hervor, das uns dazu einlädt, unsere Verantwortung zu reflektieren." Geyrhalter filmt in Minen, Steinbrüchen und Großbaustellen über- und untertage in Europa, Amerika und Kanada und zeigt den Menschen bei seinem Bestreben, sich den Planeten in einem ständigen Kampf anzueignen. Wie bei allen seinen vorherigen Filmen (darunter "Unser täglich Brot", 2005, "Abendland", 2011) fungiert Geyrhalter auch hier als Produzent, Regisseur und Kameramann. Credits: Erde, Dokumentarfilm, Österreich/Deutschland 2019; Regie/Kamera: Nikolaus Geyrhalter; Ton: Pavel Cuzuioc, Simon Graf, Lenka Mikulová, Hjalti Bager-Jonathansson, Nora Czamler; Schnitt: Niki Mossböck; Sound Design: Florian Kindlinger; Mischung: Alexander Koller; Produktionsleitung: Katharina Posch; Herstellungsleitung: Michael Kitzberger; Produzenten: Michael Kitzberger, Markus Glaser, Wolfgang Widerhofer, Nikolaus Geyrhalter; Förderungen: Österreichisches Filminstitut, Film Fonds Wien, ORF Film/Fernsehabkommen; Produktion: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF/3sat; Redaktion: Udo Bremer

 

Und Thomas Heises Dokumentarfilm "Heimat ist ein Raum aus Zeit" wurde mit dem Caligari-Filmpreis ausgezeichnet. Heise geht in seinem Film den Spuren seiner eigenen deutsch-jüdischen Familiengeschichte nach, die seit dem Ersten Weltkrieg bis zum Ende der DDR von oppositionellem Geist und erlittener Verfolgung geprägt war. Dabei stellt er drei prägende Erfahrungen heraus: die Opposition des Großvaters Wilhelm gegen den Ersten Weltkrieg, die Verfolgung, der Wilhelm als engagierter Kommunist und seine Frau, eine Jüdin aus Wien, in der Zeit des Dritten Reichs ausgesetzt waren, und das zwiespältige Verhältnis der DDR-Intellektuellen zur Obrigkeit am Beispiel von Heises Eltern. Heise zeigt, wie sich Zeitgeschichte auf seine Familien ausgewirkt hat und wie sich unabhängig von den Systemen Herrschaftsverhältnisse wiederholen. Dadurch weisen die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen über das individuelle Schicksal hinaus und werden als Merkmale der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts sinnfällig. Credits: Heimat ist ein Raum aus Zeit, Dokumentarfilm, Deutschland /Österreich 2019; Buch und Regie: Thomas Heise; Kamera: Stefan Neuberger; Ton: Johannes Schmelzer-Ziringer; Tonbearbeitung: Markus Krohn; Sprecher: Thomas Heise; Mischung: Martin Steyer; Montage: Chris Wright; Produktionsleitung: Prisca Beyer, Hanne Lassl; Herstellungsleitung: Tina Börner, Katharina Mosser; Ko-Produzenten: Johannes Holzhausen, Johannes Rosenberger, Constantin Wulff; Produzent: Heino Deckert; Förderungen: Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bundeskanzleramt Österreich, Sektion für Kunst und Kultur, Mitteldeutsche Medienförderung, FISA - Filmstandort Austria, Zukunftsfonds der Republik Österreich, Wien Kultur; Produktion: Ma.ja.de Heino Deckert, Navigator Film in Koproduktion mit ZDF/3sat; Redaktion: Udo Bremer

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 16. Februar 2019