Was die Republik bewegte: Fünfteilige 3satKulturdoku-Reihe "Deutsche Debatten"

Mo, 26.08.2019, 12:28 Uhr
Der Verleger Siegfried Unseld © ZDF/Suhrkamp Verlag/Christian Höhn

In diesem Jahr feiert Deutschland 70 Jahre Grundgesetz und 30 Jahre Mauerfall. Die beiden Jubiläen lenken den Blick auf die bewegte Geschichte Deutschlands von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Welche Fragestellungen haben Deutschland bewegt? Welche Themen führten zu Diskussionen und Unruhen – und durch wen wurden diese Diskussionen angestoßen? Auf diese Debatten blicken fünf 3satKulturdokus aus unterschiedlichen Perspektiven. Die fünfteilige 3satKulturdoku-Reihe "Deutsche Debatten" zeigt 3sat ab Samstag, 31. August 2019, jeweils um 19.20 Uhr in Erstausstrahlung.

Die ersten beiden Folgen, "Mythos Suhrkamp. Die Republik – ihre Diskurse – ihr Verlag", von Siegfried Ressel beschäftigen sich am Samstag, 31. August, und Samstag, 7. September 2019, jeweils um 19.20 Uhr mit dem Verlagshaus Suhrkamp. Schriftsteller vor allem dieses Verlages – darunter Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas und Martin Walser – begleiteten seit der Verlagsgründung 1950 die Geschicke beider deutscher Republiken mit Kommentaren, Fragen und Diskursen – genauso wie die Verlegerpersönlichkeit Siegfried Unseld.

Am Samstag, 14. September 2019, 19.20 Uhr, machen sich Jakob Augstein und Tim Klimeš in der Folge "Die empörte Republik" auf die Suche nach den gegenwärtigen Meinungsmachern. Der Film fragt, ob durch Facebook & Co die Meinungsführung und -bildung demokratisiert wurde und ob die großen Meinungsmacher und moralischen Instanzen tatsächlich abgetreten sind. Und wenn das der Fall ist: Was bedeutet das für Demokratie und Gesellschaft?

Die Folge "Auferstanden aus Platinen – Die Heimcomputerszene in der DDR" von Volker Strübing reist am Samstag, 21. September 2019, um 19.20 Uhr in die 80er-Jahre der DDR. Dort gründeten sechs Schüler einen Computerclub. Eine kleine Gemeinschaft, die sich als Vorbote der digitalen Revolution verstand. Bis zum Fall der Mauer bedurfte es Erfindungsreichtum, um an entsprechende Hard- und Software zu gelangen. Nach 1989 legten sie dann richtig los und gehörten bald zur Avantgarde einer jungen aufstrebenden Entwicklergeneration Ost. Volker Strübing und andere Club-Mitglieder erzählen, wie sie nächtelang erste Programmiersprachen übten – in Vorahnung, dass die neue Technik ein Tor zur westlichen Welt und der Zukunft sein würde.

In der letzten Folge, "Generationen-Wende. Neue Geschichten aus Ostdeutschland", am Samstag, 28. September 2019, 19.20 Uhr, untersuchen Sabine Jainski und Illona Kalmbach, wie "vereint" die Deutschen 30 Jahre nach dem Mauerfall sind. Wie hat sich die Wiedervereinigung vor allem in den neuen Bundesländern sozialpsychologisch ausgewirkt? Viele zeigen sich enttäuscht und wütend. Die Dokumentation richtet den Blick auch auf die Errungenschaften der DDR-Bürger und ihre Lebensleistungen, zu denen nicht zuletzt ihre friedliche Revolution und der Sturz des DDR-Regimes gehören. Menschen "wie Du und ich", aber auch Autorinnen und Autoren, Filmemacherinnen und Filmemacher berichten von der langen Phase der Sprachlosigkeit und darüber, wie Ostgeschichten heute geschrieben und inszeniert werden können.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Jessica Zobel
zobel.jwhatever@3sat.de
Mainz, 26. August 2019