ZDF/3sat-Koproduktion „Matter Out of Place“ beim Locarno Film Festival ausgezeichnet

Mo, 15.08.2022, 16:22 Uhr
Ein Reinigungsteam von Freiwilligen beim Säubern der Wüste nach dem Ende des "Burning Man"-Festivals in den USA. © Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion.

Die ZDF/3sat-Koproduktion „Matter Out of Place“ (Österreich/Deutschland 2022, Regie: Nikolaus Geyrhalter; Produktion: NGF, Redaktion: Udo Bremer) wurde beim 75. Locarno Film Festival am Wochenende im internationalen Wettbewerb mit dem „Pardo Verde WWF“ ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm, der in Locarno uraufgeführt wurde, wird voraussichtlich 2024 in 3sat zu sehen sein.

„Matter Out of Place“ ist ein Film über die Präsenz von Müll in den abgelegensten Gebieten und über Menschen weltweit, die in sisyphusartiger Arbeit versuchen, diese Orte zu säubern. In neun Kapiteln zeigt Filmemacher Nikolaus Geyrhalter nicht nur die Omnipräsenz von Müll generell und Plastikmüll im Besonderen, sondern auch die unterschiedlichen Methoden, des Mülls Herr zu werden. Die Reise führt ihn unter anderem von der Schweiz, wo Müll vergraben wurde, über Nepal, wo traditionell Müllberge außerhalb der Hauptstadt aufgehäuft werden, Griechenland, wo von Tauchern Müll vom Meeresgrund geborgen wird, Österreich, wo Müll sortiert und in hochmodernen Öfen verbrannt wird, die Malediven, wo man Hotelinseln reinhält, um den Müll auf anderen Inseln ohne Filterung zu verbrennen, bis in die USA, wo beim Burning Man-Festival jeder Müllpartikel gesammelt wird, um die Wüste so müllfrei zu hinterlassen, wie man sie vorgefunden hat.

„Müll ist ein Symbol dafür, wie sich die Menschheit entwickelt, nämlich zu langsam als technischer Fortschritt es erforderte. Wir können mit vielem noch nicht umgehen, was heutzutage möglich und alltäglich ist.“ (Nikolaus Geyrhalter)

Der vielfach ausgezeichnete österreichische Dokumentarfilmregisseur Nikolaus Geyrhalter hat sich schon in mehreren eindrucksvollen Kino-Filmen mit dem Antropozän und der Naturzerstörung des Menschen befasst, darunter die ZDF/3sat-Koproduktionen „Unser täglich Brot“ (2005), „Homo sapiens“ (2016) und „Erde“ (2019).

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 15. August 2022