Ein Jahr später treffen wir die Künstlerin und Kuratorin Ky Wong wieder und fragen, was sich für sie durch das neue Gesetz verändert hat © ZDF/Edwin Lee

3satKulturdoku: "Hongkongs Ende?"

Die Kulturszene und das neue Gesetz "zum Schutz der nationalen Sicherheit"

Für die 3satKulturdoku "Hongkongs Ende?", am Samstag, 29. August 2020, 19.20 Uhr (Erstausstrahlung), kehrt Filmautorin Katrin Sandmann nach Hongkong zurück: Bereits vor knapp einem Jahr hatte sie in der 3satKuturdoku "Hongkongs Freiheit und die Kunst" über die Massenproteste in der Stadt und das Engagement der dortigen Kulturszene berichtet. Jetzt trifft sie einige der Protagonisten wieder und zieht einen Vergleich zwischen der Situation damals und heute. Trotz weltweiter Kritik hat China am 30. Juni das Gesetz "zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong" erlassen. Kritiker sehen die Autonomie Hongkongs in Gefahr.

Dokumentation
Sa 29. Aug
19:20 Uhr
Erstausstrahlung

Was ist aus der Kreativität geworden, mit der die Hongkonger ihre Proteste in den vergangenen zwölf Monaten organisiert hatten? "Die Menschen sollen regieren, stolz und frei, heute und in Ewigkeit!", lautet eine der Zeilen aus dem Kampfschlager "Ruhm für Hongkong", den die Demonstranten auf den Straßen sangen. Nun traut sich kaum einer, die Hymne des Widerstands noch zu singen. Auch die berühmten Lennon-Walls mit Zeichnungen und Wünschen der Protestierenden sind aus dem Straßenbild verschwunden. Viele Menschen tragen sich mit dem Gedanken, ins Exil zu gehen. Die Künstlerin und Kommunalpolitikerin Susi Law sagte dem Kamerateam: "Wenn Sie nächstes Jahr wieder nach Hongkong kommen, um uns zu interviewen, wer weiß, wie viele von uns dann noch hier sein werden?"

Justin Wong, Illustrator, politischer Karikaturist und Kunstprofessor, hat bereits auf Facebook geschrieben, dass er sich mit seinen Karikaturen durch das jüngste Gesetz wohl angreifbar mache. Wie blicken er und seine Kollegen in die Zukunft?

Die Dokumentation zeigt, wie sehr sich die Situation in Hongkong gedreht hat, die Grenzen des Sagbaren sich verschieben, die Vorsicht zunimmt. Ist der Grundsatz "Ein Land, zwei Systeme" am Ende? Wird die Demokratiebewegung aufgeben? Oder kommt es zur offenen Auseinandersetzung mit unabsehbaren Folgen?

 

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Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 22. Juli 2020
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