Wie schädlich ist ein Fllug für die Umwelt? © ZDF und ORF/Peppo Wagner Filmproduktion

CO₂ als Handelsware – Lösung oder Irrweg?

Was bringen Kompensationen wirklich?

Unvermeidbare CO₂-Emissionen sollen mit Klimaschutzprojekten ausgeglichen werden. Kann die sogenannte Kompensation helfen, die Klimakrise zu bewältigen? Durchschnittlich 25 Euro muss man derzeit freiwillig aufwenden, um den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid zu neutralisieren. Aber was passiert mit dem Geld? Und wie viel wird wirklich zum Klimaschutz beigetragen? 3sat zeigt die Dokumentation "CO₂ als Handelsware – Lösung oder Irrweg?" von Peppo Wagner am Mittwoch, 30. November 2022, um 20.15 Uhr in Erstausstrahlung.

Dokumentation
Mi 30. Nov
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Die Emission von Kohlenstoffdioxid durch menschliche Aktivitäten ist seit Jahren zu einem der Brennpunkte des Klimawandels geworden. Derzeit werden weltweit 38 Milliarden Tonnen CO₂ pro Jahr durch menschliche Aktivitäten ausgestoßen. Wälder, Moore, Humusböden und Meere sind imstande, einen Teil davon zu binden. Mehr als zwei Drittel der Gesamtmenge gelangen jedoch in die Atmosphäre und wirken sich nach einhelliger Expertinnen- und Expertenmeinung direkt und nachteilig auf das Klima aus.

Damit sich die globalen Veränderungen des Klimasystems und ihre Folgen in Grenzen halten, setzt man auf eine nachhaltige Reduktion des CO₂-Ausstoßes. Dort, wo die Vermeidung und die Verminderung von Emissionen nicht möglich sind, gilt die Kompensation als Königsweg. Seit der Jahrtausendwende sind unterschiedliche Märkte entstanden, auf denen Kohlendioxid zur Handelsware geworden ist.

Auf der ganzen Welt, vornehmlich in Schwellen- und Entwicklungsländern, werden Projekte durchgeführt, die sich positiv auf das Klima auswirken sollen, indem Emissionen vermieden werden. Meistens gehen die Maßnahmen Hand in Hand mit der Steigerung der Lebensqualität in der betreffenden Region. Für die Menge an eingesparten CO₂-Emissionen werden zertifizierte Gutschriften ausgestellt, die auf dem freiwilligen Kompensationsmarkt angeboten werden. Durch den Kauf dieser Zertifikate kann man seine eigene, private CO₂-Bilanz verbessern und sich praktisch "klimaneutral stellen". 

Doch was steckt hinter solchen Projekten, die eine "Kompensation" der Emissionen, die andernorts als unvermeidbar gelten, versprechen? Eine nachhaltige Wirkung kann nur dann gegeben sein, wenn die durchgeführten Maßnahmen wirklich zusätzlich sind und langfristig wirken.

In der Bevölkerung sind Ausgleichsmechanismen wenig bekannt, wenn doch, herrscht meist Verunsicherung. Man kann Kompensation auch breiter denken, gerade wenn es um klimaneutrale Energiekonzepte für die Zukunft geht. Denn auch technologische Lösungen, die darauf abzielen, historische Emissionen aus der Atmosphäre zu entfernen, gehören im weitesten Sinn in den Bereich der CO₂-Kompensation.

Doch zu den Menschen, die die CO₂-Kompensation verfechten, haben sich in den letzten Jahren auch Kritikerinnen und Kritiker gesellt. Filmemacher Peppo Wagner reist in die Welt der Kompensationsgutschriften.

 

Fotos zur Doku "CO₂ als Handelsware – Lösung oder Irrweg?" finden Sie hier.

Hauptabteilung Kommunikation

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 19. Oktober 2022
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