"Land des Honigs" © ZDF/Trice Films Ltd

Filmnächte und mehr im DOKFILMHERBST

Mit "Land des Honigs", "Erde", "Der Dissident" und "Cahier africain" und mehr

Filmnächte und mehr im DOKFILMHERBST: Im Rahmen des Dokfilmherbsts präsentiert 3sat u.a. in zwei Filmnächten international erfolgreiche, preisgekrönte und von bekannten Filmemacher*innen realisierte Dokumentarfilme wie "Land des Honigs", "Erde", "Der Dissident" und "Cahier africain". Alle Filme und mehr sind im Umfeld der linearen Sendung für 7, 30 oder auch 90 Tage in der 3satMediathek zu sehen.

Dokumentarfilm
Mo 19. Sep
02:15 Uhr

Filmnacht 1

Montag, 19. September 2022, 2.15 Uhr

Land des Honigs

Dokumentarfilm (86 Min) · Nordmazedonien 2019 · ZDF/3sat

Regie: Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov

Es ist kein Schlaraffenland, in dem Hatidze Muratova mit ihrer alten und bettlägerigen Mutter lebt, aber eine Art herbes Idyll. Das verfallene Bergdorf im hintersten Winkel Nordmazedoniens hat weder Strom noch fließend Wasser. Doch die Wege zur Arbeit sind für die letzte Wildimkerin des Landes von spektakulärer Schönheit. Auch die Bienen dort scheinen besonders entspannt zu sein. Die wie in Stein gemeißelte Abmachung, dem Bienenvolk nie mehr als Hälfte seines Ertrags wegzunehmen, scheint für beide Seiten gut aufzugehen. Auf dem Markt im mehr als vier Stunden entfernten Skopje kann Hatidze mit dem Honig das nötige Geld für sich und ihre Mutter erwirtschaften. Erst als sich plötzlich Neuankömmlinge in dem verlassenen Dorf ansiedeln, gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken. Tamara Kotevska und Ljubomir Stefanov verbrachten drei Jahre in Nordmazedonien, um diesen spektakulären Film an der Schnittstelle zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm über das Leben der ungewöhnlichen Imkerin Hatidze zu drehen.

"Land des Honigs" ("Honeyland") gewann drei Preise auf dem "Sundance Film Festival 2019" und erhielt zwei Nominierungen für die Oscarverleihung 2020 in den Sparten "Bester Dokumentarfilm" und "Bester internationaler Spielfilm". Es ist der zweite mazedonische Film, der nach "Before the Rain" (1994) eine Oscar-Nominierung erhielt.

Der Film ist ab Sendung und 30 Tage nach Ausstrahlung in der 3satMeditahek zu sehen.

 

Filmnacht 1

Montag, 19. September 2022, 3.40 Uhr

Midnight Traveler

Dokumentarfilm (89 Min) · USA/Großbritannien/Katar/Kanada 2019 · ZDF/3sat

Regie: Hassan Fazili und Emelie Mahdavian

Aus Sicht der Taliban hat Filmemacher Hassan Fazili gleich mehrere schwere Verbrechen begangen: den Film "Peace in Afghanistan" veröffentlicht, in dem ein ehemaliger Taliban-Kommandeur über deren Kriegslust spricht und sie verurteilt, Filme über Frauenrechte gedreht und ein Café für Künstlerinnen Künstler in Kabul eröffnet. Nach massiven Drohungen der Islamisten schließt er das Café und flieht mit seiner Frau Fatima und seinen beiden Töchtern Narges und Zahra aus dem Land. Zunächst nach Tadschikistan. Nach der Ausweisung aus Tadschikistan geht es mit ungewissem Ausgang Richtung Europa. Der Film erzählt eine fast dreijährige Odyssee aus der Innenperspektive: Das technische Equipment besteht aus drei Mobiltelefonen, die Regie aus absolutem Familienzusammenhalt.

"Midnight Traveler" lief mit großem Erfolg auf der Berlinale 2019 und wurde auf mehreren weiteren internationalen Festivals gezeigt, darunter das "Sundance Film Festival".

Der Film ist ab Sendung und 30 Tage nach Ausstrahlung in der 3satMeditahek zu sehen.

 

Donnerstag, 13. Oktober 2022, 22.25 Uhr

Der Dissident

Dokumentarfilm (113 Min) · USA 2020 · ZDF/3sat

Regie: Bryan Fogel               

Am 2. Oktober 2018 wurde in der Türkei der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi umgebracht. Er war nach Istanbul gereist, um in seinem Konsulat Heiratspapiere abzuholen. Während seine Verlobte draußen auf ihn wartete, wurde er im Gebäude ermordet. In Interviews mit Khashoggis Verlobter Hatice Cengiz, türkischen Polizeibeamten und Staatsanwälten sowie einem weiteren saudischen Dissidenten, mit dem Khashoggi zusammengearbeitet hatte, setzt sich das Bild eines Tathergangs zusammen, der direkt zum saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman führt. Nach Recherchen Bryan Fogels war es Mohammed bin Salman persönlich, der die Ermordung des Regimekritikers befohlen hatte und die anschließende Zerstückelung und Vernichtung der Leiche aus dem Konsulat auf internationaler Ebene vertuschen wollte. In seinem Dokumentarfilm vermittelt Bryan Fogel erschreckende Einblicke in ein internationales Komplott, dessen Skrupellosigkeit mit umfangreichem Video- und Tonmaterial belegt werden kann. Im Zentrum des Films aber steht Jamal Khashoggi, jener Kämpfer für die Liberalisierung seines Landes und angesehene Kolumnist der "Washington Post". Für seinen Vorgängerfilm "Ikarus" über das System des russischen Staats-Dopings aus dem Jahr 2017 ist Bryan Fogel mit einem Oscar für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet worden.

 

Filmnacht 2

Montag, 17. Oktober 2022, 2.10 Uhr

Erde

Dokumentarfilm (115 Min) · Deutschland/Österreich 2019 · ZDF/3sat

Regie: Nikolaus Geyrhalter

Am Brenner wird ein Basistunnel durch den Berg getrieben, im italienischen Carrara werden heute hundertmal mehr Blöcke abgetragen als noch vor 30 Jahren und im ehemaligen Salzbergwerk in Wolfenbüttel ist man darum bemüht, größtmögliche Stabilität zu bewahren, damit der dort gelagerte Atommüll keine weiteren Schäden verursachen kann. Weltweit verändert der Mensch durch seine Eingriffe die natürlichen Gegebenheiten und das Ökosystem unwiderruflich: auch im Braunkohletagebau im ungarischen Gyöngyös inmitten eines prähistorischen Sumpfzedernwaldes, in den Kupferminen am spanischen Río Tinto, inmitten der Ölsande im kanadischen Alberta und auf einer Riesenbaustelle im kalifornischen San Fernando Valley, wo Berge geschliffen werden, um leicht bebaubare Grundstücke für neue Städte zu schaffen. Die Arbeiterinnen und Arbeiter erzählen vom leidenschaftlichen "Kampf des Menschen gegen die Erde" und von der Faszination, "Berge zu versetzen“. Filmemacher Nikolaus Geyrhalter beobachtet sie in den Minen und auf Großbaustellen in ihrem Bestreben, sich die Erde untertan zu machen.

"Erde" erhielt auf der Berlinale 2019 den "Preis der Ökumenischen Jury".

Der Film ist 24 Stunden vor und 30 Tage nach Ausstrahlung in der 3satMeditahek zu sehen.

 

Filmnacht 2

Montag, 17. Oktober 2022, 4.05 Uhr

Filmnacht 2

Cahier africain

Dokumentarfilm (118 Min) · Deutschland/Schweiz 2016 · ZDF/3sat

Regie: Heidi Specogna

Im Mittelpunkt ihres Films steht ein Schulheft mit mutigen Zeugenaussagen: Über sieben Jahre begleitete Heidi Specogna ihre Protagonistinnen, die die an ihnen von kongolesischen Söldnern 2002 verübten Verbrechen zusammen mit weiteren Opfern auf den karierten Seiten des Hefts niederschrieben, um mit dem selbst gefertigten Beweisstück die Taten zur Anklage zu bringen. Das Heft gelangte zum Internationalen Gerichtshof in Den Haag – und mit ihm die Hoffnung, dem Weltgericht ein entscheidendes Beweismittel im Prozess gegen den kongolesischen Truppenführer Jean-Pierre Bemba in die Hand zu geben. Er ist der erste Angeklagte, der sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof wegen Anordnung von Vergewaltigungen als Kriegsstrategie verantworten muss. Aber inmitten der Versuche den schwierigen Alltag mit Zuversicht zu meistern, und während in Den Haag noch die juristische Aufarbeitung der letzten Kriegsverbrechen in Gange ist, bricht in der Zentralafrikanischen Republik der nächste Krieg aus. Amzine, Fane und Arlette werden erneut in einen Strudel von Gewalt, Tod und Vertreibung gerissen.

"Cahier africain" erhielt 2018 einen Grimme-Preis und wurde im Jahr zuvor mit dem Deutschen sowie Schweizer Filmpreis prämiert. 2016 gewann der Film den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis und zwei Preise auf dem Filmfestival DOK Leipzig.

Der Film ist 24 Stunden vor und 30 Tage nach Ausstrahlung in der 3satMeditahek zu sehen.

 

Fotos zum Dokfilmherbst 2022 in 3sat finden Sie hier.

Hauptabteilung Kommunikation

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 25. Juli 2022
Der Dokfilmherbst in 3sat