Der Obere Schwarzhornsee in Kärnten hat eine Geländehöhe von 2.642 Meter © ZDF und ORF/3sat/Leander Khil

Gebirgsbach, Moor und Steppensee - Die faszinierenden Farben des Wassers

Eine Reise durch österreichische Gewässer

Wasser ist nicht gleich Wasser. Je nach Zusammensetzung und Wasserqualität finden unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten an und in den Gewässern ihren Lebensraum. Wie kommen zum Beispiel die hoch frequentierten Badeseen im Süden der Alpen zu ihrem smaragdgrünen, karibischen Glanz? Und wie konnten sogar tropische Tiere wie der Zebrabuntbarsch und die Turmdeckelschnecke das Maibachl an der Ostseite des Dobratsch für sich erobern? Die Dokumentation "Gebirgsbach, Moor und Steppensee - Die faszinierenden Farben des Wassers" am Montag, 24. Oktober 2022, 20.15 Uhr, von Mario Kreuzer, Leander Khil und Margit Dietrich ist eine Reise zu einzigartigen Lebensräumen und kleinen Paradiesen rund um die Gewässer in Österreich.

Dokumentation
Mo 24. Okt
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Milchig-graue Gletschermilch und glasklares Quellwasser fließen die Berge hinab, smaragdgrüne Seen wecken Urlaubssehnsucht, dunkle Flüsse und braune Moortümpel regen seit jeher die Fantasie der Menschen an. In kaum einem Land ist Wasser derart im Überfluss vorhanden wie in Österreich. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Wasserexpertinnen und -experten folgt das Filmeteam seinem Verlauf. An der Pasterze des Großglockners rinnt "Schnee von gestern" als "Gletschermilch" den Berg hinunter, und kalte Bergquellen zwischen dunklen Hochgebirgsfelsen geben das reinste Trinkwasser frei.

 

Ohne Wasser kein Leben. Aber so begehrt und lebensnotwendig dieses Element für den Menschen ist, so gefürchtet ist es auch. Die ambivalente Beziehung zum Wasser rührt nicht nur von Naturkatastrophen, sondern wird im kulturhistorischen Kontext auch von mystischen Sagen und unheimlichen Geschichten genährt. Ein ganzes Ochsengespann soll im "Meerauge" in den Karawanken verschwunden und Tage später in einem See in Slowenien wiederaufgetaucht sein. Doch nichts ist so schaurig wie die Märchen rund ums Moor. Obwohl an den meisten doch etwas Wahres dran sein könnte, wie Moor- und Umweltschützer Klaus Krainer weiß. Moore sind heute streng geschützt und werden mit großem Aufwand renaturiert. Sie sind die besten CO2-Speicher dieses Planeten.

 

Als besonders sensible Region rückt der Seewinkel am Rand der Alpen in den Fokus dieser Dokumentation. Bleiben die Sommer heiß und trocken, steht die Austrocknung des Neusiedler Sees bevor. Heftig umstrittene "Rettungsversuche", wie etwa das Wasser der Donau in den Neusiedler See einzuleiten, sind kontraproduktiv. Sie erhalten zwar die Wasserstelle, aber der einzigartige Lebensraum, den das salzhaltige Wasser für die Tierwelt darstellt, verschwindet unwiederbringlich.

 

Und unter dem Mikroskop zeigt sich, wie viel Leben in einem Tropfen Wasser steckt. Die Gewässerökologin Roswitha Fresner räumt auf mit dem Märchen von der "Trinkwasserqualität" österreichischer Badeseen. Ein "unglücklich gewählter Begriff", lautet ihr Fazit, denn das Wasser sei zwar gesundheitlich unbedenklich, aber "es wuselt darin nur so von kleinen Mikroorganismen".

 

Die Fotos zur Doku "Gebirgsbach, Moor und Steppensee - Die faszinierenden Farben des Wassers" finden Sie hier. 

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 05. September 2022
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