Vogelkundler Richard Katzinger ist in seiner Freizeit unterwegs, um Vögel zu beobachten, ihre Reviere zu kartieren, Populationen und Bruterfolge zu dokumentieren. (c) ZDF/ORF/Giczymedia/Claudia Giczy

"Hüter der Wildnis - Unterwegs mit Artenschützern"

Österreichische Doku von Claudia Giczy-Hefner und Peter Giczy

Wiesen und Wälder voller Leben sind heute selten geworden. Seit 1970 ist die Artenvielfalt bei Wirbeltieren um 68 Prozent geschrumpft, bei Insekten um mindestens 75 Prozent. Jeden Tag sterben weltweit 150 Pflanzen- und Tierarten aus. Doch es gibt Menschen, die für den Erhalt der Arten kämpfen. Die Dokumentation "Hüter der Wildnis - Unterwegs mit Artenschützern" stellt am Mittwoch, 30. November 2022, 21.05 Uhr, einige von ihnen vor. Erstausstrahlung.

Dokumentation
Mi 30. Nov
21:05 Uhr
Erstausstrahlung

Stefan Knöpfer arbeitet in seiner Freizeit als Ziegenhirte. Er hat eine eigene kleine Wanderherde aufgebaut, mit der er so oft wie möglich unterwegs ist. Die Ziegen helfen ihm, die Busch- und Heidelandschaft der Voralpen zu erhalten. Stefan Knöpfer hat beobachtet, dass mit den Weidetieren auch viele andere Arten auf die Wiesen zurückkehren: Pflanzen, Insekten, Vögel. "Das ist dann auch der Lohn für meine Arbeit", sagt der Hirte.

Marion Schindlauer ist Biologin in den March-Auen. Im Frühjahr, als der Auwald noch überschwemmt war, hat sie eine besondere Entdeckung gemacht: Hoch oben in einer Baumkrone haben Seeadler einen mächtigen Horst gebaut. Seeadler sind die größten Greifvögel Mitteleuropas, jahrzehntelang waren sie in Österreich ausgestorben. Wenn die Naturschützerzum Horst hinaufklettern und die Jungvögel mit Ringen und Sendern ausstatten, geschieht dies zu deren Schutz. "Das Gefühl, einen Seeadler in der Hand zu haben, ist unbeschreiblich", sagt Marion Schindlauer: "Das ist wirklich eine Artenschutz-Erfolgsgeschichte."

Richard Katzinger ist Vogelexperte. Schon als Kind haben ihn Vögel fasziniert, erzählt er. Heute ist er in seiner Freizeit unterwegs, um Vögel zu beobachten, ihre Reviere zu kartieren, Populationen und Bruterfolge zu dokumentieren. Die Naturbeobachtungen sind ein wertvoller Datenschatz für die Artenforschung: Denn will man Pflanzen und Tiere schützen, muss man wissen, wo sie leben und wie viele es von jeder Spezies gibt. 

Selbst für Nichtwissenschaftler ist es mittlerweile einfach geworden, bei der Forschung mitzumachen: Es gibt Dutzende Citizen-Science-Projekte zur Biodiversitätsforschung und Apps zur Artenbestimmung. Oft genügt ein Smartphone, um sich zu beteiligen. Hunderttausende Fundmeldungen werden jährlich von Citizen-Scientists hochgeladen. Je mehr Informationen gesammelt werden, je mehr Hände anpacken, desto besser können die Lebensräume von Pflanzen und Tieren geschützt werden.

Der Citizen-Scientist Werner Reitmeier hat ein Naturparadies entdeckt. Seltene Heuschreckenarten, die ihren ursprünglichen Lebensraum längst verloren haben, leben auf einer ehemaligen Deponie. Die offene Pionierfläche ist Rückzugsort für viele Tier- und Pflanzenarten. Der Insektenforscher hat freiwillige Helfer gefunden, die mit ihm versuchen, dieses Naturreservat zu erhalten.

Pflanzen und Tieren geht der Platz aus. Durch die intensive Nutzung von Land und Gewässern werden ihre Lebensräume zerstört. "Wir sehen es vor allem als Verantwortung des Menschen, etwas zu tun, nachdem wir Menschen auch diejenigen sind, die das Problem für die Tiere verursacht haben", meinen Elisabeth, Louisa und Florian. Tagsüber sind sie Studierende, doch in der Nacht werden sie zu Lebensrettern. Sie helfen den Erdkröten, damit diese sicher über die Straßen zu ihren Laichgewässern gelangen.

 

Fotos zur Doku finden Sie hier.

Hauptabteilung Kommunikation

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 12. Oktober 2022
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