Mit ihrem Unternehmen "Sir Lasalam" wollen die palästinensische Israelin Muzna und die jüdische Israelin Dafi das Beste der beiden Traditionen ihres Landes hervorheben und dabei deutlich machen, wie eng sie miteinander verknüpft sind © ZDF und Florian Henkel, Kobalt Productions

3satKulturdoku: "Mein Nachbar, mein Feind? Arabische Israelis im jüdischen Staat"

Über kreative Antworten auf die schier unlösbaren Probleme des Nahostkonfliktes

Wie leben jüdische und muslimische Israelis seit den heftigen Unruhen im Frühjahr 2021 mit- und nebeneinander in ihrem Land? Dieser Frage geht die 3satKulturdoku Dokumentation "Mein Nachbar, mein Feind? Arabische Israelis im jüdischen Staat" (Erstausstrahlung) am Samstag, 9. Oktober 2021, 19.20 Uhr, nach. Autorin Katrin Sandmann beobachtet zwischen Haifa, Tel Aviv und Jerusalem jüdische und palästinensische Kreative mit israelischer Staatsangehörigkeit bei ihrem Versuch, kreative Antworten auf die schier unlösbaren Probleme des Nahostkonfliktes zu finden.

Die Dokumentation ist ab Sendedatum ein Jahr in der 3satMediahtek verfügbar.

Dokumentation
Sa 09. Okt
19:20 Uhr
Erstausstrahlung

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung Israels sind "israelische Araber" oder "palästinensische Israelis". Sie haben zwar den israelischen Pass, sind aber keine Juden, sondern Muslime, einige auch Christen. Die Schauspielerin und Videokünstlerin Raida Adon ist die erste arabischstämmige Künstlerin, der das renommierte Israel Museum in Jerusalem seit 21. Februar 2020 bis zum 1. November 2021 eine Einzelausstellung widmet. Sie will die Hoffnung auf ein Miteinander nicht aufgeben: "In meinen Arbeiten geht es nicht nur um den Konflikt zwischen Muslimen und Juden. Meine Arbeiten drehen sich um Menschlichkeit." Weniger versöhnliche Worte kommen von einer Gruppe palästinensisch-israelischer Schauspieler, die der Premiere ihres eigenen Films auf den Festspielen in Cannes diesen Sommer fernblieb, weil der Film als "israelische Produktion" gekennzeichnet war. In einem offenen Brief warfen die Schauspieler Israels Regierung "Apartheid, Gewalt gegen Palästinenser und Auslöschung ihrer Identität" vor.

Bisher kannte man in Israel eskalierende Konflikte vor allem in Gaza und der Westbank, die heftigen Unruhen im Land selbst, zwischen muslimischer Minderheit und der jüdischen Mehrheit, waren im Mai 2021 ein Novum. In Jerusalem, Haifa und Jaffa spielten sich bürgerkriegsähnliche Szenen ab. In Lod gingen Israelis unterschiedlichen Glaubens derart aggressiv aufeinander los, dass der Bürgermeister den Notstand ausrief. Reservisten der Grenzpolizei wurden in Städte geschickt, um die Gewalt einzudämmen.

 

Bilder zur Dokumentation finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@3sat.de
Mainz, 25. August 2021
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