Hier soll das Leben der Zukunft heute schon erfahrbar sein: In der Siedlung "Future Living Berlin" in Berlin-Adlershof © ZDF/Frank Eggers /ysofilm

3satKulturdoku: "Unterwegs nach Utopia - Die Zukunft der Innenstädte"

Wie müsste eine zukunftsgerechte Stadtplanung aussehen?

Es ist Zeit, die Städte vom Kern aus neu zu erfinden. Die einen wollen urbane Lebensräume ganz anders denken: futuristisch und nachhaltig. Die anderen fordern radikale Umkehr, wollen Neubauten verbieten. Architektur- und Stadtplanung stehen vor einer großen Herausforderung. Wie müsste eine zukunftsgerechte Stadtplanung aussehen? In der 3satKulturdoku "Unterwegs nach Utopia – Die Zukunft der Städte" widmet sich Autor Frank Eggers am Samstag, 18. Juni 2022, 19.20 Uhr, dem Thema und stellt verschiedene Ideen und Visionen vor. 

Dokumentation
Sa 18. Jun
19:20 Uhr

Nach einem UNO-Bericht von 2020 gehen 38 Prozent der globalen CO2-Emissionen allein auf das Konto von Bau- und Gebäudewirtschaft. Konzepte für klimaneutrale Städte gibt es einige. Doch wie realistisch sind sie?

Vicente Guallart, ehemaliger Chefarchitekt des Stadtrats von Barcelona, möchte am liebsten die Landwirtschaft selbst in die Großstädte holen: Gemüse soll flächendeckend dort erzeugt werden, wo es auch gegessen wird: in der Stadt. Für Xiong'an, ein riesiges Neubaugebiet bei Peking, plant der Spanier derzeit eine Stadt, die CO2 absorbiert, anstatt es auszustoßen.

Auch Japan ist bei der Erprobung einer Stadt der Zukunft ganz vorne mit dabei: Am Fuße des Mount Fuji plant Toyota eine "Woven City": 2000 Menschen, darunter Forscherinnen und Forscher aus aller Welt, sollen dort in einem "lebendigen Labor" leben – und zwar smart: mit autonomen Fahrzeugen, emissionsfreiem Verkehr und in Holzhäusern. Die Animationen zeigen ein idyllisches Leben mit viel Grün, in dem jedoch alle Bewegungen der Bewohner gemessen werden, um Daten für das Leben in der Zukunft zu gewinnen.

"Die Stadt der kurzen Wege" ist schon seit Jahrzehnten die Vision des dänischen Architekten Jan Gehl. Seiner Ansicht nach wurden Städte viel zu lange ausschließlich auf die Erfordernisse des motorisierten Verkehrs zugeschnitten. Gehls Vorstellung einer Stadtplanung, die die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen in den Vordergrund stellt, erfährt immer mehr Zustimmung.

In seinem "San Gimignano-Berlin Lichtenberg" zeigt Arno Brandlhuber vom Architekturbüro B+. eindrucksvoll, wozu selbst alte Beton-Silos noch gut sein können. Sanieren statt Neubauen ist für ihn und seine Mitstreiterin Charlotte Malterre-Barthes auf jeden Fall die bessere, klimafreundlichere Alternative. Die Juniorprofessorin an der Harvard School of Design fordert: Die Architekturbranche brauche einen kompletten Bewusstseinswandel.

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 10. Mai 2022
Sendetermine
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