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3sat/ZDF-Koproduktionen bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2021

In der Filmauswahl der Berlinale sind die Dokumentarfilme "Genderation", "Anmaßung" und "Blinden Schrittes"

In diesem Jahr finden die 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin aufgrund der andauernden COVID-Pandemie zweigeteilt statt. Vom 1. bis zum 5. März gibt es Veranstaltungen für das Fachpublikum und vom 9. bis zum 20. Juni sind beim Summer Special Kinovorführungen für Filme aller Sektionen in Anwesenheit der Filmschaffenden für das Publikum geplant. In der Filmauswahl der Berlinale sind in diesem Jahr die ZDF/3sat-Koproduktionen "Genderation" von Monika Treut (Sektion Panorama), "Anmaßung" von Stefan Kolbe und Chris Wright (Sektion Forum)  und "Blinden Schrittes" von Christophe Cognet (Sektion Forum).

Film

Ein Rückblick der Grande Dame des Gender-Kinos: In ihrem neuesten Film "Genderation" (Deutschland 2021; Redaktion: Nicole Baum/Dokumentarfilm ZDF/3sat) reist Monika Treut zurück in die einstige Außenseiter-Stadt San Francisco, die auch heute noch für Queerness, Transgender und Andersartigkeit steht, auch wenn sich die meisten Pionier*innen von damals die Stadt längst nicht mehr leisten können. Ein herzliches Wiedersehen mit Annie Sprinkle, Sandy Stone und Susan Stryker.

 

Wie nahe wollen wir einem Mörder kommen? Welche Möglichkeiten des Verstehens gibt es? Oder ist auch das nur Anmaßung? Das Autoren-Duo Stefan Kolbe und Chris Wright begleiteten in ihrem neuen Film "Anmaßung" (Deutschland 2021; Redaktion: Nicole Baum/Dokumentarfilm ZDF/3sat ) Stefan S. in den letzten vier Jahren seiner Haftzeit von 2015 bis 2019 in der JVA Brandenburg. Sie luden ihn während seiner ersten Freigänge nach Berlin ein und versuchten Licht in seine Vergangenheit und in sein Dasein als Häftling zu bringen. Alles, was wir hier tun, ist "anmaßend", sind sie sich einig. Und dennoch gelingt ihnen ein ungewöhnlicher und kunstfertiger Einblick sowohl in die Seelenlandschaft eines Täters, wie auch in den Alltag des deutschen Strafvollzugs.

 

"Schnappschüsse", die es in sich haben: Christophe Cognet zeigt in seinem Film "Blinden Schrittes" (Frankreich/Deutschland 2021; Redaktion: Nicole Baum/Dokumentarfilm ZDF/3sat) Fotografien von KZ-Insassen, die sich unter Lebensgefahr ablichteten. Es sind Porträts von ungeahnter Würde entstanden. Mit verstörenden Alltagsszenen aus dem Inneren des Holocaust spürt der Filmemacher den Schicksalen von Häftlingen und den von ihnen gewählten Perspektiven nach. Denn diese Fotos, so Cognets Credo, wollten gesehen werden, mit aller Macht, auch heute noch. Der Film stellt diese besonderen Kriegsfotografien, die erst vor Kurzem in ihrer Vollständigkeit katalogisiert und archiviert wurden, erstmals in einem für die Nachwelt erschließbaren Zusammenhang vor.

 

Fotos zu den Dokumentarfilmen finden sie hier.

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@zdf.de
Mainz, 22. Februar 2021