Hans-Dieter Grabe, Jahrgang 1937, wurde unter anderem dreimal mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet © ZDF/Astrid Schmidhuber

Anmerkungen von Hans-Dieter Grabe zu "Hiroshima, Nagasaki - Atombombenopfer sagen aus"

Dokumentarfilm
Interview

"Die häufige und oft auch unsachgemäße Behandlung des Themas Atomkrieg hatte zu einer Abstumpfung geführt. Viele glaubten, mit der Bedrohung ihren Frieden machen zu können, wenn sie sich einredeten: Es gibt schlimmere Waffen als die Atombombe, die mir schließlich einen schnellen und dadurch weniger qualvollen Tod in Aussicht stellt. Diesen Irrglauben galt es auszuräumen, und zwar mit aller Deutlichkeit. Was lag für mich näher, als auch jetzt auf die Darstellung der mit einzelnen Menschen verbundenen Erfahrungen zu setzen - wieder auf Kosten einer großen Menge von Informationen, zu Gunsten aber einer besonderen Wirksamkeit der verbleibenden auf den Zuschauer. Also suchte ich mir mit der unschätzbaren Hilfe meiner perfekt japanisch wie deutsch sprechenden Mitarbeiterin Debora Gössmann Atombombenopfer mit unterschiedlichen, aber auch einander ergänzenden und bestätigenden Erfahrungen. Dabei war mir Gesetz: keine Verschachtelung einzelner, in sich abgeschlossener Episoden, die lediglich auf Kosten von Klarheit einer müheloseren Montage des Films dienen, Kurzweiligkeit und Spannung aber nur vorgaukeln würde. Und: Archivbildmaterial nur, soweit es mit der jeweiligen Person verbunden ist, ganz gleich, wie technisch unvollkommen es ist und wie unspektakulär und nichtssagend es auf den ersten Blick aussieht." Filmemacher Hans-Dieter Grabe

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 22. Juni 2020
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