Wladimir Kaminer bei den Kostümbildnern des Friedrichstadt-Palastes. © ZDF/Benedict Sicheneder/Nadja Kölling

Kaminer Inside: Friedrichstadt-Palast

Anlässlich des 100. Geburtstags schaut Wladimir Kaminer hinter die Kulissen des größten Revuetheaters Europas

Berlins "Broadway" ist der legendäre Friedrichstadt-Palast: Das größte Revuetheater Europas feiert in diesem Jahr seine 100-jährige Bühnengeschichte. Das am 29. November 1919 von Max Reinhardt eröffnete "Große Schauspielhaus" - 1947 in "Friedrichstadt-Palast" umbenannt - wurde eines der meistbesuchten Theater der Republik. Wladimir Kaminer besuchte das Theater Anfang der 1980-Jahre erstmals als junger Student. Für 3sat begibt sich der Schriftsteller jetzt auf Entdeckungsreise und schaut sechs Monate lang hinter die Kulissen. 3sat zeigt „Kaminer Inside: Friedrichstadt-Palast“ am Samstag, 30. November 2019, 20.15 Uhr in Erstausstrahlung.

Kultur
Sa 30. Nov
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Modernste Technik, spektakuläre Kostüme, atemberaubende Show-Acts: "Wie ein Flug zum Mars", ist Wladimir Kaminers erster Eindruck von Krista Monsons Inszenierung "Vivid". Die Show ist ein gigantischer Farbenrausch: 500 Vorstellungen sind geplant, die Produktion hat zwölf Millionen Euro gekostet und läuft über zwei Jahre. Kaminer begleitet die junge Musical-Darstellerin Jaqueline Reinhold bei den Proben und ihrer Bühnenpremiere. Mit einer Hauptrolle in "Vivid" ist für sie ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen: "Ich habe mein Leben lang dafür gearbeitet, ich habe immer Unterricht genommen, immer dafür gekämpft."

Und nachts, nach Ende der Show, proben die Akrobaten von Navas Troupe in ihren achteinhalb Meter hohen, rotierenden Stahlrädern, auf denen sie Seilspringen und Salti darbieten. Wladimir Kaminer darf selbst ins Laufrad. "Das ist Adrenalin pur, das tollste Gefühl der Welt, wenn das Publikum den Atem anhält, begeistert klatscht. Das genieße ich seit 18 Jahren, seitdem ich als Artist arbeite," erzählt ihm Ray Navas.

Mit Intendant Dr. Berndt Schmidt spricht Kaminer über die bewegte Geschichte des Hauses – und darüber, wie er die Zukunft sieht: "Alles, was wir machen, wird bewusst oder unbewusst im Kontext dieser Geschichte gesehen. Und wir sind ja eigentlich 'the last man standing', der letzte Mohikaner aus den 1920er-Jahren." Wladimir Kaminer besucht die dienstälteste Mitarbeiterin: Helga Molling war bis 1980 fast 55 Jahre lang am Friedrichstadt-Palast tätig, 20 davon als Tänzerin: "Das war eine wunderschöne Zeit, wir waren sozusagen das Aushängeschild der DDR und auf drei Jahre im Voraus ausverkauft. Das kann sich heute keiner mehr vorstellen." Außerdem unterhält sich Kaminer beim Tischtennismatch mit Kreativdirektor Oliver Hoppmann über die Herausforderung, alle zwei Jahre eine neue Show auf die Bühne zu bringen.

 

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ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Jessica Zobel
zobel.jwhatever@3sat.de
Mainz, 30. November 2019