Die Milch mit Mitbestimmungsrecht des Käufer © ZDF/Simon Hollmann

makro: Die gute Milch

Eine Dokumentation von Anna Renk

Milch ist beliebt. Doch Rinder gelten als Klimakiller. Und von den niedrigen Milchpreisen können Bäuerinnen und Bauern kaum leben. Der Lebensmittelhandel liefert sich einen harten Konkurrenzkampf um günstige Milchpreise. Doch Konsument*innen achten beim Einkauf immer häufiger auf faire Löhne, Tierwohl und Ökobilanz. "makro: Die gute Milch" von Anna Renk am Dienstag, 30. März 2021, um 22.25 Uhr, sucht nach neuen Wegen für die Milchindustrie.

Dokumentation
Di 30. Mär
22:25 Uhr

"Du bist hier der Chef!", heißt eine Initiative, bei der Verbraucher*innen mitbestimmen können, wie ein Liter Milch produziert werden soll. Über eine  Onlineumfrage konnten Milchkonsument*innen abstimmen. Jeder Klick hatte Folgen für die Herstellung: mehr Tierwohl, mehr Regionalität, mehr Geld für Landwirtinnen und Landwirte – all das schlug sich sofort auf dem Preisschild nieder. Ergebnis: ein überdurchschnittlicher Preis für hohe Standards. "Wir sind bereit, mehr für unsere Milch zu bezahlen, wenn wir sicher sein können, dass auch drin ist, was draufsteht", sagt Nicolas Barthelmé, Vorsitzender der Initiative "Du bist hier der Chef!". Jetzt steht seine Milch in den ersten Supermarktregalen.

 

Fast jeden Tag kommt ein Kälbchen auf dem Hof von Bauer Lenz in Sachsen-Anhalt zur Welt. Ein Hochleistungsbetrieb mit 370 Kühen. Und dennoch: Zu sehen, wie Mutter und Kälbchen die ersten Schritte zusammen gehen, ist immer wieder ein Glücksmoment für ihn. "Wir Bauern wollen unsere Kühe nicht schlecht halten. Uns fehlt nur oft schon das Geld fürs eigene gute Leben", sagt Frank Lenz. Trotzdem will der 41-Jährige weitermachen, und er hat große Pläne für den konventionellen Milchbetrieb, den er in elfter Generation führt. Sein erster Schritt: Die Kälbchen bleiben nach der Geburt bei ihrer Mutter und werden nicht, wie üblich, sofort von ihr getrennt und mit Milchpulver aus Nuckeleimern großgezogen. Bei Bauer Lenz dürfen die Kälbchen zwei Wochen lang aus Eutern trinken. Milch, die der Bauer nicht mehr verkaufen kann. Doch er ist fest entschlossen zu beweisen, dass das geht: mehr Tierwohl, auch in einem Großbetrieb.

 

Mudar Mannah war auf dem Weg, ein erfolgreicher Chirurg zu werden, als er beschloss, sein Leben einer anderen Aufgabe zu widmen: als Käsemeister und Klimaretter. Er will mithelfen, den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu senken – vor allem den von Methan, das um ein Vielfaches schädlicher ist als CO2. Rinder produzieren beim Wiederkäuen riesige Mengen davon. Mannah suchte deshalb eine pflanzliche Alternative zu Käse. "Eine, die schmeckt", sagt er. So kam er auf die Cashewnuss. Aus der stellt er veganen Camembert her, und das mit einer guten Ökobilanz, trotz des Transports der Nüsse aus Vietnam. "Wir müssen einfach umdenken", sagt er zum Thema Klimawandel, "unser Planet nimmt es uns übel. Wir können so nicht weitermachen." 

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Maja Tripkovic
tripkovic.mwhatever@3sat.de
Mainz, 10. Februar 2021
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