Mit dreidimensionalen, gedruckten Organen bereiten Gefäßchirurgen in Mainz Operationen vor © ZDF/Kristin Siebert

makro: Revolution aus dem Drucker

Das 3sat-Wirtschaftsmagazin darüber, wie 3D-Druck die Industrie verändert

Wo heute noch gefräst, gegossen und geklebt wird, soll der 3D-Druck bald die traditionelle Fertigung ersetzen. Komplexe und leichtere Designs werden realisierbar, die enorme Mengen an Material, Abfall und Energie einsparen. Wenige Pioniere machen dies vor. Die "makro"-Dokumentation "Revolution aus dem Drucker" von Kristin Siebert zeigt am Freitag, 17. Mai um 21.00 Uhr, was mit der neuen Fertigungstechnik schon möglich ist. 

Wissen
Fr 17. Mai
21:00 Uhr
Erstausstrahlung

An der Uniklinik in Mainz üben Gefäßchirurgen vor Operationen an Modellen, die aus einem Hochleistungs-3D-Drucker entstehen. Die Chirurgen drucken beispielsweise verformbare Aortenmodelle. Komplizierte Eingriffe an der Hauptschlagader lassen sich damit im Vorfeld besser durchspielen. Das erhöht die Sicherheit der Eingriffe enorm. Für die Herstellung der flexiblen Aorten auf Basis einer speziellen Polymer-Kunststofftechnik braucht es umfangreiche Bilddaten. Diese liefern Untersuchungen mittels Computertomographie, 3D-Echografe oder Magnetresonanztomographie.

 

Auch in der Luftfahrt ist der 3D-Druck angekommen. Hier kommt es auf jedes Kilo an. Im A350 werden schon mehrere 1000 gedruckte Teile verbaut. Bei der Konstruktion werden bionische Prinzipen aus der Natur angewandt, wodurch die Bauteile deutlich leichter werden – sie sind stabiler, obwohl sie aus weniger Material bestehen. Mit Hilfe von 3D-Druckverfahren ist es möglich die effizienten Baupläne der Natur zu imitieren, was mit konventionellen Herstellungsverfahren bisher nur sehr schwer möglich war. Doch die Herstellung ist aufwändig und teuer. Allein 900 Stunden dauert die Druckzeit nur einer Trennwand. Ein Problem, das die Druckhersteller seit 30 Jahren noch nicht lösen konnten.

 

In Amsterdam will das Start-Up Reflow weggeworfenen Plastikflaschen einen neuen Nutzen verleihen. Das PET-Material von Millionen weggeworfener Plastiktrinkflaschen eignet sich hervorragend für den 3D-Druck, zum Beispiel für den großen Markt der Prototypen und Lifestyle-Produkte, wie etwa Sonnenbrillen. Gerade erst ist eine neue Fertigungsstraße für recyceltes Filament entstanden – dem standardisierten „Kunststoffdraht“ auf Spulen. Reflow will beweisen, dass man mit recyceltem Filament genauso gut drucken kann wie mit erdölbasierten, neuen Kunststoffdrähten.

 

Bilder zur Sendung finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Maja Tripkovic
tripkovic.mwhatever@3sat.de
Mainz, 01. April 2019