Kein seltener Zustand auf deutschen Autobahnen: zäher verkehr und Stau © dpa/Frank Rumpenhorst

makro: Verkehrskollaps

Das 3sat-Wirtschaftsmagazin über intelligente Verkehrskonzepte

Immer länger stehen wir im Stau. Die Blechlawinen belasten die Umwelt, kosten wertvolle Arbeitszeit und verlangsamen Lieferketten. Das 3sat-Wirtschaftsmagazin "makro: Verkehrskollaps" fragt am Freitag, 14. Juni, um 21.00 Uhr, wie ein Ausweg aus dem Dauerstau aussehen kann und sucht nach intelligenten Lösungen. Die Erstausstrahlung wird moderiert von Eva Schmidt.

Wissen
Fr 14. Jun
21:00 Uhr
Erstausstrahlung

Die "makro"-Autoren zeigen, was die Metropolen dieser Welt machen, um den Pkw-Verkehr einzudämmen. New York hat gerade eine CityMaut beschlossen, London hat schon eine und diese kostet bis zu 28 Euro pro Tag. In Peking ist tageweise jedes zweite Auto von Fahrverboten betroffen. In Helsinki gibt es eine App und ein Ticket für Bus, Bahn, Leihrad und Taxi. Die Bürgermeisterin von Paris will die Innenstadt zur Fußgängerzone umwandeln. Und in Madrid werden die Autospuren zugunsten des Radverkehrs geteilt.

 

Wie muss das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs und der Bahn aussehen, so dass die Deutschen ihr Auto stehen lassen?

Viele Pendler fahren Tag für Tag aus dem Umland mit dem Auto in die City. Das Auto stehen zu lassen und Bus oder Bahn zu nehmen, hängt oft an der "letzten Meile". Wie komme ich weiter vom Bahnhof? Pendler in den Nahverkehr zu bekommen, ist die Crux. Kostenloser Nahverkehr ist ein Vorschlag, der immer wieder zur Diskussion steht. Templin in Brandenburg hatte von 1998 bis 2003 kostenlosen ÖPNV. Finanziert wurde er durch eine höhere Kurtaxe und Sponsoren. Die Stadt erlebte einen regelrechten Run auf die Busse.

In Berlin konkretisieren sich die Pläne des kostenlosen ÖPNV. Viele ohnehin schon klamme Kommunen sträuben sich allerdings mit Händen und Füßen gegen diese Idee.

In Dünkirchen in Frankreich zum Beispiel gibt es keine Tickets mehr. Die Stadt erhebt bei den Arbeitgebern eine Verkehrsabgabe. Für manche würde es aber schon reichen, die Ticketsysteme anzugleichen.

In Metropolregionen wie Rhein-Main oder dem Ruhrgebiet sind die verschiedenen Tarifverbünde ein Riesenproblem. Ein Job-Ticket aus Hessen gilt in der Regel nicht jenseits der Landesgrenze, obwohl viele Menschen aus Hessen zum Beispiel in Rheinland Pfalz arbeiten und umgekehrt. Die Mainzer IHK fordert eine Art "Oyster Card" wie in London, die auch für den Greater-London-Bezirk gilt.