Fotoprojekt von Lukas Maximilian Hüller im Flüchtlingslager Al Zaatari "ZAATARI Twilights" © ZDF/ORF/dontPANICproduction/Lukas M. Hüller

"Momentaufnahmen. Die Kinder von Zaatari" - Dokumentarfilm von Robert Pöcksteiner

Österreich 2018

Angst vor Flüchtlingen, Asylsuchenden, einer neuen Völkerwanderung, die unseren Lebensraum bedroht – das sind Szenarien, die viele Menschen besonders seit der Flüchtlingskrise 2015 verunsichern. Wie begegnet man jenen, die ihre Heimat verloren haben? Ist Solidarität längst ein Luxusgut? Ist Humanismus in Zukunft noch leistbar? Produzent und Regisseur Robert Pöcksteiner hat sich in Form einer Langzeitbeobachtung auf die Suche nach Antworten gemacht. Im jordanischen Zaatari, einem der größten Flüchtlingslager der Welt nahe der syrischen Grenze, traf er auf Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, auf Flüchtlingshelfer Kilian Kleinschmidt und auf ein außergewöhnliches Kunstprojekt des österreichischen Fotografen Lukas M. Hüller. Vor allem aber spürte er menschlichem Pragmatismus und dem Prinzip Hoffnung in schlimmster Not nach. Und er lernte jene kennen, die am meisten schutzbedürftig sind: die Kinder von Zaatari. 3sat zeigt den Dokumentarfilm "Momentaufnahmen. Die Kinder von Zaatari" am Donnerstag, 4. Juni, um 22.55 Uhr in deutscher Erstausstrahlung.

Gesellschaft
Do 04. Jun
22:55 Uhr
Mi 06. Mai
10:09 Uhr

Die Kinder von Zaatari haben Dinge gesehen, die kein Kind je sehen sollte. Viele von ihnen haben zumindest einen Elternteil verloren, manche ihre Gliedmaßen, viele ihre Gesundheit. Sie alle sind traumatisiert. Ihnen wieder eine Zukunft zu schenken war eines der wichtigsten Anliegen von Kilian Kleinschmidt, der das Lager leitete und liebevoll als dessen Bürgermeister bezeichnet wurde. Der österreichische Fotograf Lukas M. Hüller weiß: Kinder brauchen Spiele – zumal in einer Umgebung, die nicht für Kinder gemacht ist. "Let the Children Play" nannte er sein Kunstprojekt, mit dem er das Recht von Kindern auf Muße und Freizeit, auf Spiel und Anteilnahme am kulturellen Leben sichtbar machte. Wer Kindern eine Zukunft geben will, ermöglicht ihnen Zugang zu Bildung, ist das Credo von Friedensnobelpreisträgerin Malala, das sie auch bei einem Besuch in Zaatari deutlich machte. Zaatari, mittlerweile zur viertgrößten Stadt Jordaniens gewachsen, ist ein lebendiger Organismus, der seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt – auch diese Erkenntnis birgt der Film von Robert Pöcksteiner. Die dort aufgestellten Wohncontainer bieten den heimatlos gewordenen Bewohnerinnen und Bewohnern ein wenig Geborgenheit. Ihre Anordnung lässt sich nicht vom Reißbrett planen, es sind die Menschen, die sie sich ihren Bedürfnissen entsprechend aneignen. So wird im Flüchtlingslager wie auch in jeder anderen Stadt gestritten und geliebt, Nachwuchs gezeugt und Handel getrieben. "Champs-Élysées" nennen die Bewohner scherzhaft die zentrale Einkaufsstraße im Lager. Und auch wenn sie nichts vom Glamour ihres berühmten Pariser Pendants verströmt, so symbolisiert sie doch ein wenig Normalität in einer Region, in der der Wahnsinn tobt.

 

Fotos zum Film finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 05. Mai 2020
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