Ein Davidstern ziert einen Grabstein © ZDF/Nadine Grothkopp

Schalom Genossen - Juden in der DDR

Ein Film von Nina Rothermundt und Stefan Mathias

Sechs Millionen Juden wurden im Holocaust ermordet. 1945 schien es undenkbar, dass es in Deutschland wieder jüdisches Leben geben könnte. Dennoch entwickelte es sich wieder: nicht nur in West-, sondern auch in Ostdeutschland. Doch wie frei waren Jüdinnen und Juden in der DDR, und wie ging der SED-Staat mit den Überlebenden um? "Schalom Genossen – Juden in der DDR" stellt am Mittwoch, 29. Januar 2020, 20.15 Uhr, das ambivalente Verhältnis zwischen Menschen jüdischen Glaubens und der DDR dar.

Dokumentation
Mi 29. Jan
20:15 Uhr
Erstausstrahlung

Gehen oder bleiben? Das zentrale Thema unter den überlebenden Juden. Siegmund Rotstein, 94, gehört zu den ungefähr 3500 Juden, die sich in der sowjetischen Besatzungszone ein neues Leben aufbauten. In Chemnitz gründete er mit anderen Überlebenden die jüdische Gemeinde neu. Die Gemeinden standen nach Kriegsende allesamt vor dem Nichts: Fast alle Synagogen waren zerstört. Eine Entschädigung lehnte die DDR ab. Der neu gegründete Staat Israel wurde zum Feindbild. Schon bald standen Juden und ihre Gemeinden im Arbeiter- und Bauernstaat unter Generalverdacht und wurden – wie Statistiken belegen – seit den 50er-Jahren von der Staatssicherheit intensiv bespitzelt. In der DDR ein religiöses Leben zu führen, blieb für Jüdinnen und Juden stets eine Herausforderung. Viele wurden von der Stasi als politisch unzuverlässig angesehen, weil sie im kapitalistischen Ausland im Exil gewesen waren, Kontakte in den Westen hatten oder proisraelisch eingestellt waren. Wie in christlichen Kirchen saßen auch in den jüdischen Gemeinden unter den Gläubigen Spitzel. Obwohl die meisten Vorstandsmitglieder in der SED waren, trauten Partei und Stasi den Gemeindevorständen nicht. Aber zu einem Hort der Opposition während der Wendezeit, wie Teile der evangelischen Kirche, wurden die jüdischen Gemeinden dennoch nicht.

 

"Schalom Genossen – Juden in der DDR" läuft im Rahmen des 3sat-Programms anlässlich des Holocaust-Gedenktags am 27. Januar 2020. Vom 25. bis zum 29. Januar 2020 sind insgesamt acht Programmbeiträge zum Thema zu sehen.

 

Fotos zu dieser und weiteren Sendungen im Rahmen 3sat-Programms anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 07. Januar 2020
Sendetermine
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