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Sechs neue Geschichten vom Erwachsenwerden in der Dokumentarfilmreihe "Ab 18!"

U.a. mit der Autobauerin Seda, der bewusst sichtbar lebenden Transperson Sascha, der "Fridays für Future"-Aktivistin Luisa Neubauer und der stärksten Frau Österreichs - Sarah Fischer

Seit 2013 präsentiert die Reihe "Ab 18!" mittellange Dokumentarfilme, die in die Erlebnis- und Gefühlswelt junger Erwachsener eintauchen und Geschichten vom Erwachsenwerden heute, von Entdeckungen und Erfolgen, aber auch von Enttäuschungen und Konflikten erzählen: Es sind unkonventionelle Porträts, die durch einen persönlichen Stil den Nerv einer Generation treffen und mit filmischen Erzählformen abseits des medialen Mainstreams experimentieren. Am Montag, 26. Oktober, und Montag, 2. November, jeweils ab 22.30 Uhr, gibt es in der 3sat-Dokumentarfilmreihe "Ab 18!" sechs neue Geschichten vom Erwachsenwerden zu entdecken. Alle Filme sind ab Ausstrahlung auch in der 3sat-Mediathek unter www.3sat.de  zu sehen.

Dokumentarfilm
ab
Mo 26. Okt
22:25 Uhr
Erstausstrahlungen

Montag, 26. Oktober · 22.30 Uhr

Ab 18! - Seda baut Autos

Dokumentarfilm von Jonas Heldt, Deutschland 2020

Erstausstrahlung

Seda sortiert in Schichtarbeit Autoteile für die Roboter bei Audi. Eine Arbeit, die ihr viel gibt: Distanz zu ihrem türkischen Zuhause und die Aussicht auf ein eigenes Auto. Seda ist ungelernte Leiharbeiterin, wie die meisten in ihrer Familie. Als erste und einzige jedoch, besitzt sie die Möglichkeit, auf eine Festanstellung. Mit Witz, Geschick und strategischem Gespür macht sie dafür sogar den Gabelstaplerführerschein. Als Leiharbeiterin ist sie das letzte Glied der Autozuliefererkette, die auch schon vor Corona immer wieder auf Kurzarbeit setzen musste. Aber Seda ist lernfähig und sie hat Ansprüche: Eine eigene Wohnung hat sie schon, jetzt fehlt nur noch ein Wagen der Oberklasse zu ihrem Glück.

 

Mit seinem Langfilm "Automotive" mit Seda als eine der Hauptprotagonistinnen debütierte Jonas Heldt dieses Jahr auf der Berlinale in der Sektion Perspektive Deutsches Kino.

 

Montag, 26. Oktober · 23.00 Uhr

Ab 18! - Ich habe dich geliebt

Dokumentarfilm von Rosa Hannah Ziegler, Deutschland 2020

Erstausstrahlung

Katharina und Ben sind ein junges, impulsives Paar. Sie streiten viel, trennen und versöhnen sich. Dann kommt es zum alles entscheidenden Morgen. Ben (27) lebt in einer Plattenbausiedlung in Stendal, Sachsen-Anhalt, wo ihn Katharina (21) besucht. Doch Ben ist unzufrieden damit, dass Katha auf seine Kontaktversuche oft nicht reagiert und ihm ihre Zuneigung nicht genug zeigt. Wieso zieht sie sich zurück? Ben versucht, Katha in einem Gespräch herauszufordern, das sie am frühen Abend in der Wohnung beginnen, auf einer nächtlichen Autofahrt fortsetzen und das am Morgen eine Entscheidung bringt. Mal rechtfertigt sich Katha, die vor ihrem Abitur steht, dafür, dass sie auf Nachrichten nicht reagiert, mal zeigt sie Ben, dass sie von der Häufigkeit seiner Mitteilungen genervt ist. Und doch verbringt sie ihre Ferien bei ihm, wollte selber einen neuen Beziehungsversuch starten.

 

"Als ich anfing, an der Idee zu arbeiten, einen Film über Ben und Katha zu drehen, sollte es ein Film über ihre damals beginnende Liebe werden. Die Spannungen in der Beziehung des jungen Paars nahmen jedoch immer mehr zu. Aus einem Film über den Beginn einer Liebe wurde ein Film über den Versuch der Bewältigung einer Beziehungskrise", schreibt Rosa Hannah Ziegler. Mit ihrem Dokumentarfilm "Cigaretta mon amour – Portrait meines Vaters" (2006) gewann sie den Deutschen Kurzfilmpreis in Gold. Es folgten weitere mehrfach ausgezeichnete Kurzfilme und ihr erster langer Dokumentarfilm "Familienleben", der auf der Berlinale 2018 Premiere hatte. "Ich habe dich geliebt" ist nach "Du warst mein Leben", der 2018 mit dem Grimme Preis ausgezeichnet wurde, der zweite Film, den Ziegler für die 3sat-Reihe "Ab 18!" realisiert.

 

Montag, 26. Oktober · 23.45 Uhr

Ab 18! - Hinter unserem Horizont

Dokumentarfilm von Dennis und Patrick Weinert, Deutschland 2020

Erstausstrahlung

Dennis und Patrick sind Journalisten und als junge Krisenreporter bekannt geworden. Ein gefährlicher Zwischenfall lässt die Brüder plötzlich über ihren gewählten Lebensweg nachdenken. Nach Berichten aus Ländern wie Burkina Faso, dem Kongo oder Afghanistan merken Dennis und Patrick auf einer ihrer letzten Missionen im Herzen Afrikas, dass sie hinterfragen sollten, was genau sie eigentlich antreibt, lebensgefährliche Risiken einzugehen. Dennis und Patrick begeben sich auf eine Reise in ihre Vergangenheit und wählen dafür ihr intuitivstes Werkzeug: die Kamera. Ihre Spurensuche beginnt in ihrem Elternhaus in der ostwestfälischen Provinz - dort, wo sie als Kinder ihre ersten Amateurfilme drehten.

 

Dennis und Patrick Weinert sind freie Dokumentarfotografen und Filmemacher, die sich in ihrer Arbeit mit Menschenrechten, sozialen Missständen und Konflikten beschäftigen. Geboren und aufgewachsen im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück, leben sie seit einigen Jahren in Vietnam. Ihre Arbeiten sind in verschiedenen Fernseh- und Online-Formaten von ARD, ZDF, ARTE sowie der Deutschen Welle zu sehen. 2018 zählte das "medium magazin" Dennis und Patrick Weinert zu Deutschlands Top-30-Journalisten und -Journalistinnen unter 30 Jahren. Für ihre Arbeit in Krisen- und Konfliktgebieten wurden sie 2020 für den Peter Scholl-Latour Preis nominiert.

 

Montag, 2. November · 22.25 Uhr

Ab 18! - Luisa

Dokumentarfilm von Romy Steyer, Deutschland 2020

Erstausstrahlung

Anfang 2019 verwandelt sich die Geographie-Studentin Luisa mit 22 Jahren zur "Deutschen Greta". Sie sitzt in fast allen Talk-Shows, trifft die großen Namen der Politik, zuerst Altmaier, dann Obama, dann Macron. Nach einem Jahr Aktivismus bietet ihr Siemens einen Aufsichtsrastposten an. Instinktsicher lehnt die Leitfigur einer ganzen Generation ab - und auch dafür bekommt sie Beifall. Ihre Integrität als Gallionsfigur der Klimabewegung bewahrt sie. Sie weicht geschickt politischen Fallstricken und nicht zuletzt interner Konkurrenz aus. Nichts, so scheint es, kann die Macherin stoppen. Doch dann kommt Corona und lässt die Katastrophenszenarien der Jungen unvermittelt alt aussehen.

 

Romy Steyer studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg Regie/Dokumentarfilm. Seit 2010 arbeitet sie als freiberufliche Regisseurin und Cutterin. Ihren Debütfilm "Egal was ich tue, sie lieben es" (2011) über die erste Generation der deutschen YouTuber realisierte sie gemeinsam mit dem ZDF/Das kleine Fernsehspiel. Seit Januar 2018 begleitet die Dokumentarfilmerin Romy Steyer die Aktivistin Luisa Neubauer - als charismatische Medienfigur, wie auch als Machtmensch mit eigenen Karrierevorstellungen.

 

Montag, 2. November · 23.10 Uhr

Ab 18! - Being Sascha

Dokumentarfilm von Manuel Gübeli, Schweiz/Deutschland 2020

Sascha lebt heute offen als nichtbinäre Transperson in der Schweiz. Trans heißt, dass Sascha sich nicht mit dem Geschlecht identifiziert, das Sascha bei Geburt zugewiesen worden ist. Nichtbinär bedeutet, dass auch das andere der binären Geschlechter nicht passt. Als Teenager outete sich Sascha zunächst als lesbisch, mit 20 dann als trans. Kurze Zeit später begegnet Sascha schließlich dem Begriff, der der eigenen Geschlechtsidentität am nächsten kommt: trans nichtbinär. Sascha lebt nun endlich so, wie Sascha sich seit jeher fühlt. Ausgrenzung erfährt Sascha dennoch überall, denn überall gilt es zwischen männlich und weiblich zu entscheiden: bei Umkleidekabinen, in Formularen, im ganz alltäglichen Sprachgebrauch. Auch deshalb ist Sascha heute bewusst eine sichtbare Transperson.

 

Manuel Gübeli lebt als Filmemacher, Künstler und Autor in Basel. Seine Kurzfilme und Videoarbeiten liefen auf zahlreichen internationalen Festivals und waren in Ausstellungen zu sehen.

 

Montag, 2. November · 23.45 Uhr

Ab 18! - Die Gewichtheberin

Dokumentarfilm von Constantin Hatz und Annelie Boros, Deutschland 2020

Erstausstrahlung

Die Gewichtheberin Sarah Fischer gilt als stärkste Frau Österreichs. Die 19-jährige Sarah trainiert für einen Olympia-Startplatz. Während sie nicht nur als Athletin, sondern auch als junge Frau ihren Platz in einem männerdominierten Umfeld zu finden versucht, kommt es immer wieder zu Spannungen mit ihrem Trainer und Vater Ewald.

 

Der beobachtende Dokumentarfilm von Constantin Hatz und Annelie Boros begleitet Sarah Fischer in der Zeit nach einem frustrierenden Wettkampf, in der sowohl Sarahs Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele als auch deren Austragung unsicher geworden sind. Der Film konzentriert sich auf die Interaktionen innerhalb einer Leistungssportlerfamilie im heimischen Trainingstunnel: Da ist der Leistungssport, dem sich Sarah seit ihrer frühen Kindheit kompromisslos widmet, sowie ihr Vater, dessen strengem Training sie ihr bislang erreichtes hohes Leistungsniveau (mit)verdankt auf der einen Seite. Auf der anderen Seite sind da die Wünsche einer jungen Frau nach Selbstbestimmung und einem Leben außerhalb des Korsetts von Trainingsplan und Leistungsdruck. Constantin Hatz studierte bis 2017 an der Filmakademie Baden-Württemberg Regie. Sein im Rahmen des Studiums entstandener Dokumentarfilm "Helikopter - Hausarrest" wurde 2015 mit dem Deutschen Kurzfilmpreis ausgezeichnet. Im selben Jahr erhielt er für seinen ersten Spielfilm "Fuge" den Förderpreis Neues Deutsches Kino für den besten deutschen Nachwuchsfilm. Annelie Boros studierte bis 2020 an der Hochschule für Fernsehen und Film München Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik. Ihr Film "F32.2" erhielt 2017 den Young Eyes Award bei Dok Leipzig und wurde für den Studenten-Oscar nominiert.

 

Fotos zur Reihe "Ab 18!" finden Sie  hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 01. September 2020
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