Alceste (Ulrich Matthes) und Célimène (Franziska Machens) in Anne Lenk Inszenierung "Der Menschenfeind" am Deutschen Theater Berlin © ZDF/Arno Declair

"Starke Stücke" vom 57. Theatertreffen Berlin: "Der Menschenfeind" und "Der Mensch erscheint im Holozän"

Im Rahmen seiner Reihe "Starke Stücke" zeigt 3sat als Medienpartner zwei zum Theatertreffen 2020 eingeladene Inszenierungen in seinem Programm: "Der Menschenfeind" in der Regie von Anne Lenk am Deutschen Theater Berlin sowie Alexander Giesches Inszenierung "Der Mensch erscheint im Holozän" am Schauspielhaus Zürich sind am Samstag, 7. und Samstag, 14. November 2020, jeweils um 20.15 Uhr in 3sat in zu sehen – beide in Erstausstrahlung.

Theater
Sa 07. Nov
20:15 Uhr
Sa 14. Nov
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Bereits am Samstag, 2. Mai 2020 zeigte 3sat mit "Hamlet" in der Regie von Johan Simons am Schauspielhaus Bochum ein "Starkes Stück" vom diesjährigen Berliner Theatertreffen. Die beiden anderen Inszenierungen können Corona bedingt erst im Oktober aufgezeichnet werden. Obwohl das 57. Berliner Theatertreffen in diesem Jahr nicht in seiner üblichen Form stattfinden konnte, erhielt Theaterregisseur Alexander Giesche den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis für seine Inszenierung von Max Frischs Erzählung "Der Mensch erscheint im Holozän".

Regisseurin Anne Lenk ist mit ihrer Inszenierung von Molières "Menschenfeind" Deutschen Theater Berlin erstmals zum Berliner Theatertreffen geladen. Ihre geschliffen klare Regiearbeit wird unterstützt durch Florian Lösches eindrückliches Bühnenbild, seine Version einer schwarzen Gummizelle: Die Wände bestehen aus Gummiseilen, die vom Boden bis zur Decke gespannt sind und in denen sich die Figuren bei ihren Auftritten immer wieder verfangen. Bemerkenswert ist, welche Tiefe Célimène in Lenks Inszenierung entfaltet. Gespielt wird sie von Franziska Machens, die neben Ulrich Matthes als Alceste brilliert. In einem von Eitelkeiten und Unsicherheiten geprägten Umfeld agiert Célimène als selbstbewusste und selbstbestimmte Frauenfigur.

"Der Mensch erscheint im Holozän" von Max Frisch ist eine Erzählung über das Vergessen und Vergehen. Mit dem Verlust des Gedächtnisses verschwindet auch der Mensch, verliert sich und die Kontrolle über das eigene Leben. Nur ein Gefühl der Heimat bleibt. Regisseur Alexander Giesche nimmt Frischs 1979 erschienenen Text als Ausgangspunkt für seine Inszenierung am Schauspielhaus Zürich, die ganz um die Trias Mensch, Natur, Technik kreist. Er folgt dabei nur lose der Erzählung, sie ist vielmehr Stichwortgeber für immer neue Bilder, die dem Vergessen, dem Abschied eine Form geben. Die meiste Zeit sind nur eine Schauspielerin und ein Schauspieler auf der Bühne, die fragmentarisch über Herrn Geisers Zustand und den des Tals berichten. Die Inszenierung besteht aus klar voneinander abgegrenzten Bildern, Alexander Giesche nennt seine Werke "Visual Poems".

ZDF
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3sat Presseteam

Jessica Zobel
zobel.jwhatever@3sat.de
Mainz, 29. September 2020
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