Peti und Franziska zuhause © ZDF/SRF, Lomotion

"Vom Lieben und Lügen": Geschichten von Seitenspringerinnen und Seitenspringern

Ein Film von Annina Furrer

Affären und Sex außerhalb der Beziehung hat es immer gegeben. Sexuelle Verführung auf Webportalen und Dating-Apps erleichtern das Fremdgehen zusätzlich. Das Geschäft mit der Untreue boomt. Ist die monogame Beziehung ein Auslaufmodell? Und warum ist treu sein so schwierig? Der Film "Vom Lieben und Lügen" ist ein ebenso unterhaltsamer wie informativer Beitrag an die Diskussion und die Denkprozesse, denen sich Paare in der heutigen Zeit stellen müssen.

Dokumentation
Mi 13. Jan
20:15 Uhr

Der Umgang mit Treue ist ein universelles und brisantes Thema. Ob jung oder alt, vom Land oder aus der Stadt, Akademikerin oder Handwerker – alle haben sich schon mit dem Treuebegriff beschäftigt. Doch darüber gesprochen wird selten. Einerseits herrscht heute die Meinung von "Anything goes", andererseits bleibt der Exklusivitätsanspruch in einer Paarbeziehung nahezu unantastbar. Die meisten Menschen wünschen sich einen treuen Partner, der sie niemals betrügt. Tatsache ist aber, dass es schätzungsweise in der Hälfte aller Partnerschaften irgendwann zum Treuebruch kommt.

 

Der Film "Vom Lieben und Lügen" von Annina Furrer geht den großen Fragen um Liebe, Treue und Sexualität nach: Wie kommt es, dass die Treue in Paarbeziehungen nach wie vor so hochgehalten wird, sich aber dennoch so viele nicht daran halten? Was hat Liebe mit sexueller Exklusivität zu tun? Und macht das Dogma der Monogamie irgendwie Sinn? Auf ihrer Suche nach Antworten trifft die Filmautorin zum Beispiel Lena, die in einer langjährigen festen Beziehung lebt und dank Dating-Portalen über Jahre hinweg heimlich mit unzähligen fremden Männern Sex hatte. Oder den Familienvater Ben, der berichtet, was der Reiz am Seitenspringen ist. Die verheiratete Mia erzählt von ihrem Doppelleben und davon, wie sie die Gewissensfrage umtreibt. Die Geschichten der Seitenspringerinnen und Seitenspringer sind geprägt von Einsamkeit, mit der heimliche Affären verbunden sind. Sie erzählen aber auch von der Herausforderung und Überforderung, in einem einzigen Menschen alles zu finden, wonach man sich sehnt. Dass Untreue beinahe unsichtbar und dennoch omnipräsent ist, führen einem Menschen vor Augen, die vom Geschäft mit ihr leben. Beispielsweise Privatdetektiv Erich Wunderli, der sein Geld im Auftrag von misstrauischen Ehepartnern macht. Oder Erwin Anderhub, der Zimmer für Seitenspringerinnen und Seitenspringer vermietet und einen Einblick in die Räume gewährt, in denen die Abenteuerlust gestillt wird. Auch Sexualforscherin Andrea Burri und Paartherapeut Guy Bodenmann befassen sich regelmäßig mit der Untreue. Und schließlich sind da auch noch Peti und Franziska, die seit Jahren eine offene Beziehung leben und das Besitzdenken im Zusammenhang mit dem Begriff "Liebe" längst hinter sich gelassen haben.

 

Im Anschluss um 21.05 Uhr folgt "Sexuelle Aufklärung - Einst und heute". Der lustvolle Dokumentarfilm von Andrea Pfalzgraf zeigt Archivperlen aus den letzten 50 Jahren Sexualpädagogik und bietet überraschende Einblicke in die Schulzimmer von heute.

 

Fotos zu "Vom Lieben und Lügen" finden Sie hier.

ZDF
HA Kommunikation/
3sat Presseteam

Claudia Hustedt
hustedt.cwhatever@3sat.de
Mainz, 16. Dezember 2020
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