"scobel": Gert Scobel in Studio-Deko © ZDF/Ben Knabe

"WissenHoch2" über die neue Arbeitswelt

Mit einer Wissenschaftsdoku und einer Ausgabe von "scobel"

Präsenzpflicht, 40-Stunden-Woche und starre Hierarchien – jahrzehntealte Arbeitsmodelle stehen auf dem Prüfstand. Unternehmen müssen kreativ werden, um neue Mitarbeitende zu finden. "WissenHoch2" zeigt am Donnerstag, 28. April 2022, um 20.15 Uhr, in der Dokumentation "Gesünder arbeiten, besser leben: Teilzeit für alle?" von Denise Dismer, wie die Wissenschaft weltweit an diesem Thema arbeitet. Im Anschluss daran, um 21.00 Uhr, folgt die Sendung "scobel" zum Thema "Moderne Arbeitswelten". Darin diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, wie das Berufsleben der Zukunft aussehen kann. 

WissenHoch2
ab
Do 28. Apr
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Rund drei Millionen Fachkräfte werden in Deutschland ab 2025 fehlen, Tendenz steigend. Ältere, Alleinerziehende und Menschen mit Migrationsgeschichte sind inzwischen unverzichtbar. Expertinnen und Experten aus Medizin, Wirtschaftswissenschaften und Soziologie forschen über den Wandel.

Die Covid-19-Pandemie hat die Arbeitswelt durcheinandergeworfen: Manche Jobs, in der Veranstaltungsbranche, in der Hotellerie und Gastronomie wurden über Nacht überflüssig. Viele Menschen mussten sich eine neue Arbeit suchen. Für andere Arbeitnehmende wurden lang umkämpfte Privilegien in kürzester Zeit selbstverständlich: Homeoffice und selbstbestimmteres, flexibles Arbeiten. Wie können der Betrieb als sozialer Ort und die Bindung an das Unternehmen erhalten bleiben, wenn der Lebensmittelpunkt nicht mehr zwingend örtlich in der Nähe des Unternehmens liegt? Es findet ein Umdenken in der Arbeitswelt statt. Alte Modelle und Strukturen werden auf den Kopf gestellt.

In Deutschland setzen einzelne Handwerksbetriebe bei vollen Auftragsbüchern auf die Vier-Tage-Woche, weil sie nur so Nachwuchs finden. Eine nordrhein-westfälische Schuhmanufaktur gilt als Vorreiterin, wenn es um die Entwicklung neuer Arbeitsstrukturen geht: Geschäftsführerin Anna Yona hat sich faire Arbeitsbedingungen, Nachhaltigkeit und soziale Werte auf die Fahne geschrieben. In Norwegen unterstützt der Staat Firmen dabei, ältere Menschen freiwillig länger im Job zu halten. Viele sind auch jenseits der 60 gerne berufstätig, denn das bedeutet für sie, weiterhin einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Soziologie, Medizin, Neurobiologie und Wirtschaftswissenschaften untersuchen diese Entwicklungen und erarbeiten gemeinsam mit Arbeitskräften, Unternehmen und Gewerkschaften den Wandel. Diesen Themen und Fragen geht die Dokumentation "Gesünder arbeiten, besser leben: Teilzeit für alle?" von Denise Dismer nach.

 

Auch die Sendung "scobel" im Anschluss, um 21.00 Uhr, beschäftigt sich mit der veränderten Arbeitswelt. Ohne Corona hätte es diese schnellen Veränderungen wohl nicht gegeben: Arbeiten im Homeoffice in flexiblen Teams. Ist der Wandel exemplarisch für das Berufsleben der Zukunft? Mit dem Umbruch tauchen alte Sehnsüchte und Ängste wieder auf: Arbeiten wo, wann und mit wem man möchte. Wird die Arbeit im Homeoffice aber auch angemessen bezahlt? Werden die Menschen künftig noch selbstbestimmt arbeiten können? Welchen Wert hat die Arbeit? In Fortbildungsseminaren und Ratgebern werden die Vorteile des mobilen Arbeitens, die Einsparung von Büroräumen und flexible Arbeitszeiten, immer wieder aufs Neue betont. Seit ein paar Jahren lautet die weitverbreitete Erfolgsformel im digitalen Transformationsprozess: "New Work". Längst haben auch Unternehmensberater den Begriff auf ihre Fahnen geschrieben und preisen gegen teure Honorare eine schöne, neue Arbeitswelt. Aber wie lohnend und zeitsparend ist das neue Arbeiten? Wer profitiert mehr – Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber oder Arbeitnehmende? Sowohl die Erfahrungen aus der Praxis als auch verschiedene Forschungsstudien zeigen, dass diese Fragen nicht einfach zu beantworten sind. Häufig spielen persönliche Vorlieben und eingeübte Berufspraktiken eine entscheidende Rolle. Während die einen lieber allein arbeiten und sich bei Bedarf mit Kolleginnen und Kollegen vernetzen, mögen die anderen lieber die Anwesenheit im Büro und den direkten Kontakt. Auch im Hinblick auf die Führung haben Mitarbeitende durchaus unterschiedliche Erwartungen: Manche wollen konkrete Arbeitsaufträge und Feedbacks von Vorgesetzten, während andere das autonome und selbst organisierte Arbeiten bevorzugen. Weder flache Hierarchien noch autoritäre Strukturen führen also automatisch zu positiven Entwicklungen und guten Ergebnissen. Hinzu kommt, dass "New Work" vorwiegend in den Sphären der digitalen Informationsverarbeitung zu finden ist. Ganz viele andere Berufsfelder, wie Bau-, Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe oder Pflege- und Versorgungseinrichtungen sind für das Homeoffice nicht geeignet. Welche Zukunftsaussichten haben diese Berufsfelder? Wie sind nachhaltige und soziale Ziele des neuen Arbeitens überhaupt mit kapitalistischen Wirtschaftsprinzipien, beispielsweise mit Wachstum und Renditesteigerungen, zu vereinbaren?

 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

 

Bilder zu den Sendungen finden Sie hier.

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 09. März 2022
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