Beinahe 5.000 Exoplaneten sind der Wissenschaft aktuell bekannt. Gibt es dort Leben? © ZDF/NHK

"WissenHoch2" über Leben – auf der Erde und im Weltall

Mit einer Wissenschaftsdoku und einer Ausgabe von "scobel"

Die NASA rechnet fest damit, dass bald ein Planet mit Sauerstoff in der Atmosphäre gefunden wird – ein direkter Hinweis auf Leben im All. Was es damit auf sich hat, klärt am Donnerstag, 7. Juli 2022, um 20.15 Uhr die Dokumentation "Leben im Weltall? Die Entdeckung der Exoplaneten" von Fabian Wolf. Im Anschluss folgt im Rahmen von "WissenHoch2" die Sendung "scobel – Was ist Leben?". 

WissenHoch2
ab
Do 07. Jul
20:15 Uhr

Rund 5000 Exoplaneten sind bislang bekannt, und es werden täglich mehr. Auf ihnen könnte Leben möglich sein. In der Atmosphäre des Planeten K2-18b zum Beispiel wurde bereits Wasser nachgewiesen. Ende Januar 2022 hat das James-Webb-Weltraumteleskop sein Ziel rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt erreicht, mit ersten Bildern rechnen die Weltraumbehörden im Sommer. "Wir werden Planeten beobachten können, die etwa so groß sind wie die Erde. Und wir werden feststellen können, ob ihre Atmosphäre Wasser, Methan oder Kohlendioxid enthält", so Laura Kreidberg, Direktorin und Astrophysikerin am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Sie erforscht mit ihrem Team die Atmosphäre der Exoplaneten und sucht nach Antwort auf die Frage: Sind wir allein - oder gibt es da draußen im Universum noch anderes Leben? Ein lebensfreundlicher Planet müsste zwei Bedingungen erfüllen: Er müsste Wasser haben. Und er müsste seinen Stern in der "habitablen" Zone umkreisen – der Zone, in der die Temperatur flüssiges Wasser an der Planetenoberfläche überhaupt ermöglicht. Die Dokumentation "Leben im Weltall? Die Entdeckung der Exoplaneten" begleitet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den USA, Deutschland, Spanien, Großbritannien und der Schweiz bei ihrer Suche.

Was ist Leben? Wie wird es definiert? Damit beschäftigt sich im Anschluss um 21.00 Uhr die Sendung "scobel". Nach den gängigen Kriterien wird ein lebendiger Organismus durch Bewegung, Atmung, Reizempfindlichkeit, Wachstum, Reproduktion, Ausscheidung und Nahrungsaufnahme charakterisiert. Aber erklären allein diese Funktionen, was Leben ist und wie es entstehen konnte? Könnte das, was wir Leben nennen, auch außerhalb unseres Planeten zu finden sein? Der britische Genetiker, Zellbiologe und Nobelpreisträger Paul Nurse (untenstehend finden Sie den Link zu einem langen Interview mit dem Wissenschaftler, engl. mit dt. Untertiteln) versucht eine Neudefinition. Zudem stehen wir vor einer Zeitenwende in der Astrophysik: Bei der Suche nach extraterrestrischem Leben könnte die Forschung schon bald mithilfe von Künstlicher Intelligenz grundlegend neue Erkenntnisse gewinnen. Denn durch neue Techniken maschinellen Lernens könnten Algorithmen künftig Materialproben mit großer Zuverlässigkeit nach Spuren von außerirdischem Leben durchsuchen – davon sind Nicholas Guttenberg und sein Forschungsteam vom "Earth-Life Science Institute" (ELSI) im "Tokyo Institute of Technology" überzeugt. Vor einigen Monaten veröffentlichten die Wissenschaftler das erstaunliche Ergebnis ihrer Untersuchungen: Zu 95 Prozent korrekt konnte die KI angeben, ob in dem analysierten Material Spuren von lebenden Organismen vorhanden waren. Was bedeuten diese und andere neuen Erkenntnisse für unser Verständnis von Leben? Als Gäste begrüßt Gert Scobel die Biochemikerin Daniela Bezdan, deren Schwerpunkt Weltraum- und Raumfahrtforschung ist, den Biochemiker Sidney Becker, der sich mit den Prinzipien der Molekularen Evolution beschäftigt, sowie den Biologen, Philosophen und Publizisten Andreas Weber, der sich für eine Überwindung der mechanistischen Interpretation von Lebensphänomenen einsetzt.  

Bei der Dokumentation handelt es sich um eine Koproduktion mit arte und NHK.

 

Hier finden Sie ein ausführliches Interview mit dem Nobelpreisträger Paul Nurse (engl. mit dt. Untertiteln).

 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

 

Bilder zu den Programmen finden Sie hier

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 31. Mai 2022
Sendetermine
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