Viele Fehler passieren aufgrund eingespielter Denkmuster. Ein Beispiel dafür ist der Beuchet-Stuhl / Copyright: ZDF/Maike Wurtscheid

"WissenHoch2" über Scheitern als Chance und den Kampf der Demokratie

Mit einer Wissenschaftsdoku und einer Ausgabe von "scobel"

Irren ist zwar menschlich, trotzdem verbinden viele Menschen mit Fehlern Angst, Scham und Schuldgefühle. Dabei zeigt die Forschung: Der Mensch muss lernen zu scheitern, um wirklich erfolgreich zu sein. "WissenHoch2" beschäftigt sich am Donnerstag, 9. Juni 2022, 20.15 Uhr, in der Dokumentation "Scheitern als Chance. Wie wir aus Fehlern lernen" von Anja Leuschner und Maike Wurtscheid mit der wissenschaftlichen Sicht auf Fehler. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen live von der phil.cologne über den "Kampf der Demokratie".

WissenHoch2
ab
Do 09. Jun
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Fehler sind nicht Ausnahme, sondern Regel. Weil aber Fehlermachen negative Emotionen hervorruft, versuchen wir oft, sie zu verbergen. Doch je sichtbarer sie werden, desto seltener wiederholen sie sich. Für den Psychologen und Professor für Organisationspsychologie an der ETH Zürich Theo Wehner bedeutet Fehlerkultur Lernkultur. Seit 40 Jahren beschäftigt er sich mit den Denkmustern hinter Fehlern. Doch es gibt Fälle, wo Fehler im schlimmsten Fall Menschenleben kosten. Deshalb geht es in risikoreichen Bereichen wie zum Beispiel bei der Sicherheit der Energieversorgung, der Medizin und der Luftfahrt nicht primär um Fehlervermeidung, sondern um Fehlererkennung. Nach schweren Unglücken entwickelte die NASA im Auftrag der amerikanischen Luftfahrtbehörde in den 1970er-Jahren ein anonymes Fehlermeldesystem für Piloten und Crewmitglieder. Die individuelle Furcht vor Strafen fiel weg, tausende Fehler wurden gemeldet und analysiert. In der Folge wurde die Luftfahrt immer sicherer. Dieses Prinzip wird mittlerweile auch in der Medizin angewendet.

Im Anschluss an die Dokumentation, um 21.00 Uhr, folgt "scobel – Kampf um Demokratie", live von der phil.cologne. Die Demokratie steht, im wörtlichen Sinn, unter Beschuss – nicht nur durch den Krieg in der Ukraine. Weltweit zeigen sich gravierende Auflösungserscheinungen demokratischer Strukturen. Nur 45,7 Prozent aller Staaten sind liberale Demokratien. Hybridsysteme und autoritäre Staatsformen sind auf dem Vormarsch. Die Krisen unserer Zeit – wie Pandemie, Klimawandel oder soziale Ungleichheit – stellen Demokratien vor zahlreiche neue Probleme. Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur benötigen dringend Veränderungen. Diese könnten zur Zerreißprobe für Demokratien werden. Was kann man gegen diese Entwicklungen tun? Wie kann die Demokratie als Staatsform geschützt und gestärkt werden? Was macht die inneren Widersprüche und Krisen von Demokratien aus? Und welche Möglichkeiten gibt es, um der Ent-Demokratisierung der Welt erfolgreich und aktiv gegenüberzutreten? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, dem Soziologen, Sozialpsychologe und Sachbuchautor Harald Welzer, Politikwissenschaftlerin und Leiterin des Leibniz-Instituts Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt am Main Nicole Deitelhoff sowie Patrizia Nanz. Sie ist Professorin für transformative Nachhaltigkeitswissenschaft an der Universität Potsdam und war bis Januar 2021 wissenschaftliche Direktorin am IASS (Institute for Advanced Sustainability Studies/Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung). Als Politologin erforscht sie, wie gesellschaftlicher Wandel gelingen kann. Die Sendung ist auch in Gert Scobels YouTube-Kanal zu sehen.

 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

 

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Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 13. April 2022
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