Markus Brock und Wolfgang Niedecken im Museums-Check bei der documenta 15 in Kassel ©  ZDF und SWR, Martina Klug

"Museums-Check mit Markus Brock" auf der documenta 15

Mit Wolfgang Niedecken unterwegs auf der Kunstausstellung in Kassel

Alle fünf Jahre pilgern Kunstbegeisterte aus aller Welt zur documenta nach Kassel. Auch Markus Brock reist im "Museums-Check" (Sonntag, 7. August, 18.15 Uhr, Erstausstrahlung) zu der wohl wichtigsten Schau internationaler Gegenwartskunst, die aktuell vom wohl größten Skandal ihrer Geschichte erschüttert wird, ausgelöst durch antisemitische Motive auf einem der ausgestellten Werke. Bei seinem Streifzug begleitet Markus Brock erneut "BAP"-Sänger Wolfgang Niedecken: Für den studierten Maler und Kunsthistoriker ist dies nach der documenta 13 und 14 schon der dritte gemeinsame Besuch der Kunstausstellung mit Markus Brock. Erstausstrahlung.

Dokumentation
So 07. Aug
18:15 Uhr
Erstausstrahlung

Dieses Mal ist das Künstlerkollektiv Ruangrupa aus Indonesien verantwortlich für das, was das Publikum zu sehen bekommt. Auf der "documenta fifteen" dreht sich alles um "Lumbung". Der indonesische Begriff steht für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohle aller gelagert wird. Solidarität, Freundschaft und das Hinterfragen von (Macht-)Verhältnissen sind zentrale Ideen der Lumbung-Praxis. Markus Brock trifft das Kollektiv Gudskul, das aus dem altehrwürdigen Museum Fridericianum eine unkonventionelle Begegnungsstätte gemacht hat, eine "große Schule", in der man von den anderen etwas lernen kann. Das Kollektiv wohnt sogar im Museum.

Zum Eklat auf der documenta kam es, als auf einem Werk des indonesischen Kollektivs Taring Padi antisemitische Motive entdeckt wurden. Das riesige Bild auf einem zentralen Platz wurde abgebaut. Der Skandal kochte hoch, weil wochenlang niemand die Verantwortung übernehmen wollte und keine Aufarbeitung stattfand. Eine überforderte Generaldirektorin musste schließlich zurücktreten, die neue Interimsleitung soll die "documenta fifteen" in ruhigeres Fahrwasser bringen.

Alle 32 Ausstellungsorte kann Markus Brock zwar besuchen, aber er stellt im "Museums-Check" einige sehr spannende vor. Zum Beispiel im Stadtteil Bettenhausen, wo Künstler aus Haiti ihre von Voodoo inspirierte Kunst in einer ehemaligen katholischen Kirche zeigen. In der Documenta-Halle trifft Markus Brock Tania Bruguera, die wichtigste Künstlerin aus Kuba, die für Demokratie und Freiheit der Kunst in ihrem Land kämpft. In Kassel präsentiert sie Künstlerinnen und Künstler, die in Kuba verboten sind. Der Aborigine Richard Bell erzählt Markus Brock vom Kampf der australischen Ureinwohner für ihre Rechte. Seit 50 Jahren ist er aktiv im Widerstand mit seiner Malerei und inzwischen weit über Australien hinaus bekannt.

Wolfgang Niedecken ist als Frontmann der Kölschrock-Band BAP eine lebende Legende. Die wenigsten wissen, dass er in den 1970er Jahren Malerei und Kunstgeschichte studierte. Niedecken hat sich für die Musikerkarriere entschieden, aber die Kunst ist ihm immer noch ganz wichtig. Nach Besuchen mit Markus Brock auf der documenta 13 und 14 erweist sich Wolfgang NIedecken auch bei der aktuellen documenta als nachdenklicher Kunstkenner, der mit den politischen Themen unserer Zeit bestens vertraut ist. Vor allem ein Künstlerkollektiv aus Kenia begeistert Niedecken mit ausdrucksstarken Werken aus einfachsten Materialien.

 

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Aktuelle Informationen rund um die documenta 15 in der 3satMediathek unter:

https://www.3sat.de/themen/documenta-15-104.html

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Marion Leibrecht
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Mainz, 08. Juni 2022
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