Markus Brock © ZDF/SWR/Marco Urban

Museums-Check mit Markus Brock aus dem Museum Tinguely Basel

Mit Emil Steinberger als Gast

Jean Tinguely revolutionierte seit den 1950er Jahren mit seinen beweglichen, ratternden Maschinenskulpturen den "statischen" Kunstbetrieb. Das Museum Tinguely zeigt alle Facetten seines Schaffens. 2021 feierte es 25-jähriges Bestehen und hat dafür seine Dauerausstellung neu inszeniert. Markus Brock reist nach Basel und begrüßt als Gast im "Museums-Check mit Markus Brock" am Sonntag, 9. Oktober, um 18.30 Uhr, den Kabarettisten Emil Steinberger.

Kunst
So 09. Okt
18:30 Uhr
Erstausstrahlung

Dem Schweizer Jean Tinguely (1925-1991) war es wichtig, das Publikum in seine Kunst mit einzubeziehen. Mit Kurbeln oder per Knopfdruck lassen sich seine kinetischen Skulpturen bewegen. Das Interaktive gehört zum Wesen von Tinguelys Kunst und "seines" Museums, das nach einem Entwurf von Mario Botta direkt am Rheinufer liegt. Das Herzstück der rund 150 Werke umfassenden Sammlung geht auf eine großzügige Schenkung von Tinguelys zweiter Frau Niki de Saint Phalle zurück.

Aus alltäglichen Materialien wie Draht, Blech oder Schrott konzipierte Tinguely seine ersten Skulpturen. Seine "Balubas", motorisierte lärmende Abfallplastiken aus den 1960er-Jahren, erschrecken und belustigen zugleich. Mit den farbenfrohen "Méta-Harmonien" erschuf er poetisch-fröhliche Werke. Aber auch die Vergänglichkeit wird zu einem wichtigen Bestandteil in Tinguelys Arbeit. Die Werkgruppe "Mengele Totentanz" entstand 1986 aus Überresten eines abgebrannten Bauernhofs.

Im Geist Tinguelys zeigt das Museum wechselnde Sonderausstellungen, von 14. September 2022 bis 8. Januar 2023 die Schau "Territories of Waste",  unter anderem mit Werken von Joseph Beuys, Edward "Ed" Ruscha und Agnes Denes. Die Gruppenausstellung veranschaulicht die künstlerische Auseinandersetzung mit der Vermüllung unseres Planeten, dem Artensterben und dem Klimawandel. Schon in den 1960er-Jahren haben sich Künstlerinnen und Künstler, wie auch Tinguely, mit dem Wandel zur Konsum- und Wegwerfgesellschaft beschäftigt. Gegenwärtig widmet sich die Kunst auch der territorialen Verschiebung von Abfallstoffen. 

Emil Steinberger ist der Großmeister des Schweizer Kabaretts und auch in Deutschland mit seiner Kultfigur "Emil" bekannt. Ob auf der Bühne, vor der Kamera oder auf Tournee mit dem "Zirkus Knie": "Emil" begeisterte das Publikum. Im Laufe seiner Karriere arbeitete Steinberger außerdem als Werbetexter, schrieb Kolumnen und Bücher und sprudelt auch mit über 80 Jahren noch vor Kreativität. Nach Stationen in New York und am Genfer See lebt er heute in Basel. Er wollte die Menschen schon immer zum Lachen bringen, sagt Emil Steinberger.

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Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 25. August 2022