Jedes Jahr bläst die Gas- und Ölindustrie weltweit rund 80 Millionen Tonnen Methan in die Atmosphäre © ZDF und colourbox

"WissenHoch2" über Methanlecks und die Sicherung unserer Energieversorgung

Mit der Doku "Gefährliches Gas – auf der Jagd nach den Methanlecks" und "scobel - Notfall Energie"

Forschungsteams messen weltweit immer höhere Konzentrationen von Methan in der Atmosphäre – ein klimagefährliches Gas. Wer ist für die Freisetzung dieser großen Methanmengen verantwortlich? "WissenHoch2" geht am Donnerstag, 1. September 2022, 20.15 Uhr, in der Wissenschaftsdokumentation "Gefährliches Gas – auf der Jagd nach den Methanlecks" von Daniel Münter dieser Frage nach. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen in "scobel - Notstand Energie", wie man den akuten Mangel an Gas und Heizöl auf die Schnelle kompensieren könnte. Erstausstrahlungen.

WissenHoch2
ab
Do 01. Sep
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Methanquellen gibt es viele – auch natürliche: Das Gas wird bei Waldbränden freigesetzt und entsteht bei Fäulnisprozessen in Feuchtgebieten. Auch Mülldeponien, die Massentierhaltung und das Heizen und Kochen mit Holz produzieren, global betrachtet, große Mengen von Methan. Rund 40 Prozent des derzeitigen Anstiegs der Methankonzentration in der Atmosphäre aber gehen auf das Konto von Erdgas, das kann die Wissenschaft zweifelsfrei belegen. Entweicht das Methan aus den Erdgasnetzen der Städte? Aus Pipelines? Oder bei der Förderung von Öl und Gas? Methan ist für ein Viertel der Erderwärmung verantwortlich. Der Anstieg muss schnell gestoppt werden, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen. Die Zeit drängt. 

Die Doku "Gefährliches Gas – auf der Jagd nach den Methanlecks" ist auf Spurensuche in den USA, den Niederlanden, Deutschland und Frankreich und begleitet Forschende, die mit Hilfe von Spezialkameras, Satellitenbildern und aufwändigen Datenanalysen Schritt für Schritt beweisen, wie und wo das Methan austritt. Ursache sind zu einem großen Teil Lecks an schlecht gewarteten Gas- und Ölförderanlagen. Zwar gäbe es längst technische Möglichkeiten, um die Anlagen rund um die Uhr auf Methanlecks zu überprüfen. Doch die Suche nach den Methanaustritten und die Investition in technische Lösungen ist für die Gas- und Ölindustrie offensichtlich zu mühsam und kostspielig. Selbst dann, wenn sie durch die Lecks bei sogenannten Super-Emissionen zum Teil extrem große Mengen ihres wertvollen Produktes verliert. Über achtzig Millionen Tonnen des gefährlichen Klimagases gelangen jedes Jahr weltweit in die Atmosphäre, weil aus Öl- und Gasförderanlagen eine gigantische Menge an Erdgas entweicht. Sie entspricht etwa dem jährlichen Verbrauch von Erdgas in Deutschland und Frankreich zusammen. Auch wenn durch den Ukrainekrieg momentan die Versorgungssicherheit im Fokus der Politik steht: Wollen Deutschland und die EU ihre Klimaziele erreichen und die Erderwärmung eindämmen, müssen sie die wichtigsten Förderländer zu einer sauberen Produktion von Erdgas verpflichten.

 

Im Anschluss diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen in "scobel - Notstand Energie", wie man den akuten Mangel an Gas und Heizöl auf die Schnelle kompensieren könnte. Der Winter naht und die Versorgung mit Gas und Heizöl ist aufgrund des Ukrainekrieges alles andere als gesichert. Denn über die Hälfte des Energieverbrauchs privater Hauhalte stammt aus Erdöl oder Erdgas. Dabei ist die Versorgung mit Heizöl bei einem Wegfall russischer Lieferungen noch einigermaßen einfach zu schaffen. Beim Gas sieht es ziemlich düster aus, da sich russisches Gas nicht auf die Schnelle ersetzen lässt. Neben privaten Haushalten sind auch zahlreiche Industriezweige vom Gas abhängig. Es ist nicht ausgeschlossen, dass einzelne Bereiche vom Gas abgekoppelt werden. In der allergrößten Not steht auch Versorgung privater Haushalte an. Wie können wir den akuten Mangel an Gas und Heizöl auf die Schnelle kompensieren? Wie sieht eine stabile Versorgung für die Zukunft aus? Und: Bleibt dadurch der Klimaschutz auf der Strecke?

 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

 

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Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 11. Juli 2022
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