Moderator Gert Scobel (c) ZDF/Ben Knabe

WissenHoch2 über Intuition und den Mythos Vernunft

Mit einer Wissenschaftsdokumentation und einer neuen Ausgabe von "scobel"

Bei Entscheidungen verlassen wir uns häufig auf das Bauchgefühl. Doch was ist Intuition genau – spontane Geistesblitze oder gefühltes Wissen? Und was bedeutet eigentlich Vernunft? "WissenHoch2" befasst sich am Donnerstag, 23. Februar 2023, um 20.15 Uhr, in der Wissenschaftsdokumentation "Rätselhaftes Bauchgefühl - Wie klug ist unsere innere Stimme?" von Ekkehard Wetzel und Birte Rauschenberg mit unserer Intuition. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, über "Mythos Vernunft" (Erstausstrahlung).

WissenHoch2
ab
Do 23. Feb
20:15 Uhr
Mit einer Erstausstrahlung

Bauchentscheidungen scheinen frei von verzerrenden Einflüssen zu sein. Doch wenn man die Antwort auf eine Frage nicht weiß, stellt das Gehirn unbewusste Zusammenhänge her. So werden beispielsweise bei Schätzfragen die Resultate von Zahlen beeinflusst, die einem kurz zuvor begegnet sind. Dieses sogenannten "Ankerphänomen" wirkt etwa beim Sale im Möbelhaus oder beim Gebrauchtwagenkauf. Kognitionspsychologe Christian Stöcker erklärt in der Dokumentation, welchen kognitiven Verzerrungen die Menschen unterliegen und wie man sie umgehen kann. An Beispielen aus der Kommunikations-, Wirtschafts- und Klimaforschung wird deutlich, wie elementar das Verständnis von kognitiven Prozessen ist, um bessere Entscheidungen zu treffen.

Im Anschluss folgt die Sendung "scobel - Mythos Vernunft". In Demokratien sollen Entscheidungen mit Vernunft getroffen werden. Viele Krisen und Konflikte belegen aber das Gegenteil. An Aufklärung scheint es in westlichen Gesellschaften nicht zu mangeln: Noch nie waren so viele Informationen zugänglich. Die Gründe für die Unzulänglichkeiten der Rationalität sind vielfältig, wie beispielsweise Trägheit, Desinteresse an bestimmten Themen, Eigensinn, das Streben nach ökonomischen Verbesserungen oder die Verdrängung von Verlustängsten. Gefühle und Emotionen beeinflussen im hohen Maße individuelle Entscheidungen und Verhaltensweisen. Unsere Denkprozesse sind über das Gehirn mit Empfindungen und Sinneswahrnehmungen gekoppelt. Dies führt dazu, dass die Wahrnehmung der Innen- und Außenwelt interpretiert wird. Hinzu kommt, dass in der Politik zudem machterhaltende und strategische Faktoren und damit Narzissmus und Egoismus eine wichtige Rolle spielen. Wie können unvernünftige Menschen und Nationen zur Vernunft gebracht werden? Kann das Erkennen von Widersprüchen zur Änderung von Einstellungen beitragen? Und welche Perspektiven gibt es, wenn Entscheiden und Handeln stets nur mit einer begrenzten Rationalität möglich sind? Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen aus den Bereichen der Psychologie, Neurowissenschaften, Ökonomie und Philosophie lotet die Sendung die Grenzen vernünftiger Entscheidungen und Handlungen aus und sucht unter anderem Antworten auf die Fragen, warum Klima- und Umweltschutz nicht allein mit Hilfe rationaler Beschlüsse geregelt werden und wieso Kriege mit vernünftigen Argumenten nicht zu verhindern oder zu beenden sind. 

 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

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Programmkommunikation

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 22. Dezember 2022
Sendetermine
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