„Lust wird völlig überbewertet“, sagt der Berliner Sexualwissenschaftler Klaus Beier. Intimität und sich angenommen fühlen seien für eine erfüllte Sexualität viel maßgeblicher / Copyright: ZDF und Jerome Tisne

"WissenHoch2" über Liebesbiografien und perfekten Sex

Mit einer neuen Wissenschaftsdokumentation und einer neuen Ausgabe von "scobel"

Die Gesellschaft ist so aufgeklärt wie nie zuvor. Doch was weiß sie wirklich über Sexualität, körperliche Lust und sexuelle Orientierung? Was offenbart die Wissenschaft über das wandelbare Sexleben? "WissenHoch2" befasst sich um 20.15 Uhr die Wissenschaftsdokumentation "Unser Sexleben – Wen liebe ich, wann und warum?" mit der sexuellen Biografie eines Menschenlebens. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, darunter Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning, über "Perfekten Sex". Erstausstrahlungen.

WissenHoch2
ab
Do 12. Jan
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Sexualität beginnt schon im Mutterleib und ändert sich ein Leben lang. Obwohl Themen wie sexuelle Diversität und Identität lebhaft diskutiert werden, herrscht zum Teil noch großes Unwissen – selbst über das Lust- und Sexleben der heterosexuellen Mehrheit. Die Wissenschaft weiß inzwischen, dass Kinder lange vor der Pubertät beginnen, ihren Körper zu erkunden und so mitunter entdecken, dass sie dabei Lust und wohlige Gefühle empfinden; auch betagte Menschen in Pflegeeinrichtungen haben sexuelle Bedürfnisse und möchten diese ausleben. Nicht wenige Jugendliche haben das Gefühl, in einem Körper mit dem „falschen“ biologischen Geschlecht zu stecken – und werden damit oft nicht ernstgenommen. Gleichzeitig nehmen Diagnosen dieser sogenannten Genderdysphorie seit Jahren explosionsartig zu. Sich zum eigenen Geschlecht hingezogen zu fühlen, ist in der westlichen Gesellschaft nicht mehr mit Strafe oder Nachteilen verbunden – ist das der Grund, warum es immer mehr Outings gibt? Oder ändert sich die sexuelle Orientierung im Laufe eines Lebens, so wie sich auch die sexuelle Aktivität verändert? Welche medizinischen oder genetischen Faktoren spielen eine Rolle dafür, ob man ein aktives, erfülltes Sexualleben führt? Mit diesen Fragen befasst sich die Dokumentation "Unser Sexleben – Wen liebe ich, wann und warum?" von Julia Zipfel.

Im Anschluss diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen über "Perfekten Sex". Körperliche Liebe ist im Laufe des Lebens permanenten Veränderungen unterworfen – gesellschaftlich und individuell. Welchen Einfluss haben Krisen von außen, wie zum Beispiel die Corona-Pandemie, auf die intimsten Empfindungen? Welche Rolle spielen die Psyche, die Hormone, neuronale Disposition oder auch die Fülle der Nachrichten und Bilder in Zeiten der Informationsflut? Seit den 1960er Jahren hat sich das Verhältnis zu Sexualität massiv verändert: Tabus sind gefallen, Menschen können sich heute relativ frei entscheiden, wen und wie sie lieben wollen. Gerade Frauen wissen heute mehr über ihren eigenen Körper und was sie wollen – auch sexuell. Hat diese Befreiung auch dazu geführt, dass Sexualität – für alle Beteiligten besser geworden ist? Wie erleben Männer diesen Aufbruch der Frauen zu mehr Selbstbestimmung im Bett? Moderne Paare stehen vor der Aufgabe, hohen Erwartungen gerecht zu werden, denn den perfekten Sex scheint es überall zu geben – in den Narrativen der Filme und Serien, in der Werbung und in Social Media. Gert Scobel blickt mit seinen Gästen hinter die Kulissen und fragt: Welche Erkenntnisse aus der Wissenschaft sind wegweisend für eine bessere und befriedigende lebenslange Sexualität? Mit ihm diskutieren die Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning, der Experte für Männergesundheit Dr. Frank Sommer und die Soziologin Andrea Newerla über den Status Quo und die Zukunft der vielfältig gewordenen Sexualität.

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

 

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Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 23. November 2022
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