Team des Objektschutzregiments der Luftwaffe übt für das Manöver Baltic Tiger. (C) ZDF und Stefan Hoge

"WissenHoch2" über neue Militärtaktiken und Strategien im Ringen um Krieg und Frieden

Mit einer Wissenschaftsdoku und einer neuen Ausgabe von "scobel"

Intelligente Waffen, neue Taktiken und vernetzte Strategien läuten eine militärische Zeitenwende ein. "WissenHoch2" befasst sich am Donnerstag, 27. Oktober, um 20.15 Uhr, mit Drohnen, Satelliten, KI und autonomen Systemen, die über Krieg und Frieden entscheiden und zeigt die Wissenschaftsdokumentation "Moderner Krieg – wie neue Waffen das Militär verändern" sowie die Gesprächssendung "scobel - Aufrüsten für den Frieden" (im Anschluss, um 21.00 Uhr). Erstausstrahlungen. 

WissenHoch2
ab
Do 27. Okt
20:15 Uhr
Erstausstrahlungen

Zahlenmäßige Überlegenheit ist bei militärischen Konflikten heute nicht mehr entscheidend. Das zeigt der Krieg in der Ukraine. Die Widerstandsfähigkeit der ukrainischen Armee gegenüber einer übermächtigen Nuklearmacht hat alle überrascht. Flexibilität und vernetztes Agieren machen den Unterschied. Die Schlagkraft von einfachen Drohnen kann es durchaus mit Luft-Boden-Raketen aufnehmen. Und tragbare Panzerabwehrwaffen wie das amerikanische "Javelin System" haben den bisherigen Erfolg der ukrainischen Verteidiger maßgeblich mitbestimmt. Einige Beobachter sprechen schon vom Ende des Panzers. Selbstfahrende Kettenfahrzeuge, die je nach Bedarf als Rettungsfahrzeug, Aufklärer, Schützenpanzer oder Drohnenträger eingesetzt werden können, sind wendiger und günstiger. Lange Zeit galt Lufthoheit als Schlüssel für einen militärischen Erfolg. In der Ukraine haben die Russen diese aber nach über einem halben Jahr Krieg noch immer nicht erreicht. Satellitengestützte Aufklärung ist offenbar wichtiger als die Anzahl von Kampfjets. In der Dokumentation "Moderner Krieg – wie neue Waffen das Militär verändern" blicken die Autoren Konstantin Wittwer und Stefan Hoge auf den aktuellen Stand der militärischen Entwicklungen in Europa, Israel und den USA. Sie sind bei einer der größten Übungen der NATO-Streitkräfte dabei und begleiten ein Forschungsteam in Estland bei der Entwicklung neuer autonomer Waffensysteme. Sogenannte Fire-and-Forget-Waffen können, sobald sie ausgelöst sind, Freund und Feind unterscheiden und ihr Ziel selbstständig finden. Und "Loitering munitions" warten einfach auf den Gegner. Das Völkerrecht hat bislang keine Antworten darauf. 

Im Anschluss daran, um 21.00 Uhr, folgt die Sendung "scobel - Aufrüsten für den Frieden". Es herrscht wieder Krieg in Europa. Ein Krieg mit Waffen in der Ukraine und ein Wirtschafts- und Nachrichtenkrieg. Steht ein neues Wettrüsten wie in Zeiten des Kalten Krieges bevor? 100 Milliarden Euro will die deutsche Regierung in die Bundeswehr investieren, um verteidigungsfähig zu werden. Der Appell "Frieden schaffen ohne Waffen", der in den 1980er-Jahren gegen atomare Bedrohungen verfasst wurde, ist verhallt. Stattdessen wird aufgerüstet. Die militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine haben unmittelbare Folgen auf die Energie- und Nahrungsmittelversorgung in Europa und damit auf wirtschaftliche und politische Entscheidungen. Die Sanktionen des Westens gegenüber Russland scheinen bisher nicht die erhofften Wirkungen zu zeigen. Russland dreht nach Belieben den Gashahn zu und sucht außenpolitisch neue Absatzmärkte sowie Bündnispartner in Indien und China. Aus dem militärischen Konflikt entwickelt sich zunehmend ein Wirtschaftskrieg, in dem vor allem nationale Interessen im Vordergrund stehen. Dazu zählen Spionage und Cyberangriffe auf die Infrastrukturen in Deutschland. Auch die Gefahren eines atomaren Desasters können aufgrund der gegenwärtigen Kampfhandlungen nicht ausgeschlossen werden. Europas größtes Atomkraftwerk Saporischschja wurde offensichtlich sowohl von russischen als auch ukrainischen Einheiten beschossen. Wie werden sich Deutschland und die Europäische Union in dieser Krise innen- und außenpolitisch positionieren? Mit welchen Einschränkungen und Kosten werden die Bürger rechnen müssen? Wie kann der Frieden wiederhergestellt und ausreichend gesichert werden? Darüber diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen, darunter Dr. Tobias Bund (Director Research & Policy, Munich Security Conference) und  Prof. Dr. Dr. Michael Lauster (Fraunhofer-Institut für Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT). 

"WissenHoch2" – ein Thema, zwei Formate: Um 20.15 Uhr beleuchtet eine Dokumentation relevante wissenschaftliche Fragen; um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel das Thema mit seinen Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

Hauptabteilung Kommunikation
Dokumentation und Reportage

Marion Leibrecht
leibrecht.mwhatever@zdf.de
Mainz, 07. September 2022
Sendetermine
Das könnte Sie auch interessieren