Die Lawine: ungezähmte Kraft des Schnees

Film von Christiane Sprachmann
Mo 01. Mär
13:15 Uhr
(Erstsendung: 20.02.2019)
38 Menschenleben forderte die Lawinenkatastrophe von Galtür im Jahr 1999. In der Folge wurde in Tirol noch mehr in die Lawinensicherheit investiert.

Die Infrastruktur wurde verbessert und die Erforschung der weißen Gefahr forciert. Christiane Sprachmann berichtet über das Leben im hochalpinen Raum, den Kampf gegen die Lawinengefahr und den aktuellen Stand der verschiedenen Disziplinen der Lawinenforschung.

Wenn aus einer funkelnden Schneedecke eine unkontrollierbare Kraft wird, ist das so faszinierend wie furchteinflößend. Menschen im Hochgebirge müssen seit Jahrhunderten mit der Naturgewalt Lawine leben. Eine Gewalt, die in Österreich in der Wintersaison 2017/2018 17 Tote forderte.

Schützende Infrastruktur und Frühwarndienste, richtiges Verhalten in Notsituationen, so versucht man, der weißen Gefahr Herr zu werden: eine permanente Herausforderung für Bergbewohnerinnen und -bewohner, die Forschung, Alpinisten und den Wintertourismus.

Ein dichtes Netz von Schneemessstellen und Wetterstationen liefert die Grundlage für die Entscheidungen der örtlichen Lawinenkommissionen. An deren Empfehlungen müssen sich auch die Skigebiete halten.

Lawinensimulationsmodelle liefern heute wichtige Daten, ebenso Berechnungen der Kräfte von Staub- oder Nassschneelawinen. Mittels der Dendrochronologie, der Wissenschaft vom Baumalter, finden Forscherinnen anhand von uralten Baumstämmen Informationen über Lawinen der Steinzeit. Und Notfallmediziner forschen, wie lange man unter einer Lawine überlebt oder wie man am besten reanimiert werden kann.

Einzigartig und grenzüberschreitend ist die neue Kooperation von Tirol, Südtirol und dem Trentino: Seit Oktober 2018 gibt es hier die weltweit erste gemeinsam erstellte Lawinenvorhersage. Denn Schnee kennt keine Grenzen - und Lawinen auch nicht.

ORF
Dokumentation
Wissenschaft Technik Umwelt: Natur- und Umweltkatastrophen

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