Expedition Supersaurier

Film von Michael Leja
(aus der ZDF-Reihe "Terra X")
Fr 14. Mai
17:02 Uhr
(Erstsendung: 12.10.2014)
Der Spinosaurus ist das größte Landraubtier aller Zeiten und stellt sogar T-Rex in den Schatten. "Terra X" erzählt seine Erfolgsgeschichte und die Umstände seiner Entdeckung.

Der Urzeitgigant lebte vor 113 bis 94 Millionen Jahren im heutigen Nordafrika. Mit seinen 18 Metern Länge und neun Tonnen Gewicht konnte es der Riese mit allen anderen Dinosauriern seiner Zeit aufnehmen, auf seinem Speiseplan stand allerdings ausschließlich Fisch.

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg entdeckte der deutsche Paläontologe Ernst Stromer von Reichenbach das erste und lange Zeit einzige Exemplar in der ägyptischen Oase Bahariya und veröffentlichte 1915 eine erste wissenschaftliche Beschreibung.

Trotzdem blieb der Spinosaurus selbst für Spezialisten weitere 100 Jahre eine weitestgehend unbekannte Karteileiche im Dino-Artenkatalog. Das lag vor allem daran, dass die einzigen greifbaren Belege - ein von Ernst Stromer rekonstruiertes Teilskelett - 1944 bei einem Bombenangriff der Alliierten auf München vollständig zerstört wurden.

Danach gab es den Rekordräuber nur noch auf dem Papier und schon bald vergaß die Fachwelt den Riesen. Auch sein Entdecker, der Paläontologe Ernst Stromer von Reichenbach, verschwand fast völlig aus der Forschungsliteratur, obwohl ihm mit der Entdeckung verschiedener Groß-Saurier noch weitere Jahrhundertfunde gelungen waren.

Während der letzten 20 Jahre wurden einige Zähne und Knochenfragmente entdeckt und seit den 1950er Jahren geisterten die verschiedensten Spinosaurus-Darstellungen durch populäre Bücher und Filme wie etwa in "Jurassic Park III" im Jahr 2001 - viel Fantasie auf wackeligen Füßen. Doch dann boten plötzlich marokkanische Souvenirhändler Touristen seltsame Knochenteile an.

Der junge deutsch-marokkanische Paläontologe Nizar Ibrahim erkannte sie als Dino-Reste. Er verfolgte die Spur der Fossilien zurück und landete einen Volltreffer. Tatsächlich gelang es ihm 2008 mit einem Team von der Universität Chicago um den US-Paläontologen Paul Sereno, ein neues Spinosaurus-Skelett in der Kem-Kem-Formation Marokkos zu finden.

Anhand der aktuellen Funde, computergenerierter Modelle jedes einzelnen Knochens und mit Hilfe eines topmodernen 3-D-Druckers ist jetzt erstmals eine detailgenaue Rekonstruktion eines Spinosaurus-Skeletts erstellt worden - eine paläontologische Weltsensation.

Die wissenschaftliche Analyse zeigt, dass der Riese semi-aquatisch gelebt und vermutlich riesige Fische gefangen hat. Wahrscheinlich ist er sogar geschwommen. Er ist der bislang einzige bekannte, an ein Leben im und am Wasser angepasste Dinosaurier. Und eine weitere Überraschung: Die wissenschaftlichen Hightech-Methoden bestätigen die Arbeit von Ernst Stromer von Reichenbach, der mit vergleichsweise einfachen Mitteln vor 100 Jahren zu einem verblüffend ähnlichen Ergebnis kam.

Im Rahmen dieser Koproduktion begleiteten Kamerateams von National Geographic und ZDF Nizar Ibrahim bei seiner abenteuerlichen Suche auf den Spuren seines Vorbildes Ernst Stromer von Reichenbach bis zum Ausgrabungsort in Marokko.

Aufwendige Reenactments zeichnen Szenen aus dem Leben von Ernst Stromer von Reichenbach in seinem fränkischen Familiensitz auf Burg Grünsberg, in der Bayerischen Staatssammlung München und in Nordafrika nach. State-of-the-Art-Animationen erwecken Spinosaurus und einige seiner Urzeit-Genossen zum Leben und präsentieren in noch nie gezeigten Bildern das Leben der Giganten in der kreidezeitlichen Fluss- und Sumpflandschaft Nordafrikas. Wesentliche wissenschaftliche Ergebnisse der Grabungskampagne werden fast zeitgleich mit der Ausstrahlung des Films erstmals veröffentlicht.

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