Legendäre Badehäuser - Römische Bäder, Bath

Film von Christiane Schwarz
So 16. Mai
12:06 Uhr
(Erstsendung: 15.11.2020)
Als die Römer im Jahr 43 nach Christus Britannien eroberten, entdeckten sie eine heiße Quelle. Schon die Kelten nutzten die heilende Kraft des mineralstoffreichen, 46,5 Grad warmen Wassers.

So entschlossen sich die Eroberer zum Bau eines Badetempels. Das architektonische Wissen und die Badekultur pflegten die Römer schon lange. Gut 300 Jahre lang bauten sie an einem Badetempel, der einzigartig war im nördlichen Teil des Reichs.

Säulen und Gänge, Dampfbäder und Becken, wohin das Auge reichte. Daneben ein Tempel für die Göttin des Ortes: Sulis Minerva.

Neben der ikonischen Säulenarchitektur war vor allem die Ingenieurleistung beachtlich: Holzpfähle wurden in den Boden gerammt, um die Quelle mit einem Fundament zu stabilisieren. Fußbodenheizungen wurden installiert, um Schwitzstuben zu erschaffen. Aus dem bis dahin unbekannten Ort in den Hügeln Somersets wurde die berühmte Stadt Aquae Sulis. Aus dem gesamten Reich kamen die Menschen, um dort zu baden, zu schwitzen oder einfach nur den neuesten Tratsch auszutauschen. Im 5. Jahrhundert zogen die Römer sich zurück. Das Bad zerfiel.

Im 12. Jahrhundert ließ der Bischof Johann von Tours das King's Bath auf die römischen Ruinen bauen. Im 18. Jahrhundert stießen dann Kanalarbeiter auf die römische Anlage, die heute sechs Meter unter Straßenniveau liegt. Archäologen legten die Bäder über viele Jahrzehnte wieder frei und machten sie für Besichtigungen zugänglich. Heute sind die Römischen Bäder im englischen Bath eine europaweit einzigartige Attraktion.

ARD/RB
Dokumentation
Kultur: Geschichte allgemein

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