Oberammergau und seine Passion

Film von Jutta Schön
So 22. Mai
12:15 Uhr
(Erstsendung: 09.05.2022)
Oberammergau: Für viele ist der Name dieses Ortes ein Synonym für die bekanntesten Passionsspiele der Welt. Coronabedingt mussten die Vorstellungen 2020 um zwei Jahre verschoben werden.

Doch nun ist es wieder soweit, und mehr als 2000 Oberammergauer Laiendarsteller bereiten sich auf ihren Auftritt vor. Unter der Anleitung von Volkstheater-Intendant Christian Stückl wird aus einem beschaulichen Ort in den Ammergauer Alpen ein überdimensionales Theater.

Neben der künstlerischen Arbeit ist für die Oberammergauer der zu erwartende Zuschauerandrang eine große Herausforderung. Täglich von Mai bis Oktober 5000 Gäste zu bewirten und auch zu beherbergen, das braucht Planung. Zwischen den Hoteliers, der Gemeinde und der Passionsspiel GmbH gibt es viel abzustimmen.

Ihren Ursprung haben die Passionsspiele im Mittelalter. Die Oberammergauer legten angesichts der grassierenden Pest vor 400 Jahren ein Gelübde ab: Blieben sie verschont, wurden sie ab jetzt regelmäßig ein Passionsspiel aufführen. Und so war es: Die Pest verschonte das Dorf. Seit 1634 spielen deshalb die Einheimischen alle zehn Jahre die Leidensgeschichte Christi nach. Mitspielen dürfen nur geborene Oberammergauer oder Menschen, die seit 20 Jahren in dem Ort leben.

"Der Passion", wie die Einheimischen seit jeher sagen, gehört quasi zur DNA der Oberammergauer. Hier ist alles "vorm Passion" - oder eben danach. Ein Fernsehteam hat den Ort in den letzten Jahren "vorm Passion" begleitet - auch durch die schweren Jahre der Pandemie. Der dabei entstandene Film zeigt, wie nun die Vorbereitungen für die 42. Passionsspiele wieder aufgenommen werden und welche Bedeutung der Leidensweg Christi für Oberammergau hat.

ARD/BR
Dokumentation
Kultur: Klassik

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