Piloten-Nachwuchs ohne Perspektive

Reportage von Katrin Wegner
Do 01. Jul
02:11 Uhr
(Erstsendung: 16.05.2021)
Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Luftfahrtbranche am Boden, Nachwuchspiloten werden nicht mehr gebraucht. Allein die Lufthansa sagt, sie habe rund 1000 Piloten zu viel an Bord.

Deshalb hat sie ihren Pilotenschülern nahegelegt, den Traum, Pilot zu werden, zu begraben. In der Reportage begleitet Katrin Wegner zwei Pilotenschüler auf der Suche nach neuen Perspektiven in dieser Krise.

Es war Lukas Heims größter Traum, Pilot zu werden. Dafür hatte er gerade die Theorieausbildung in der Lufthansa-Schule in Bremen abgeschlossen und wäre dann zur praktischen Pilotenausbildung nach Phoenix gereist, doch mittendrin kam Corona. Ob der 22-Jährige aus Darmstadt seine Ausbildung jemals zu Ende führen kann, was mit dem bereits investierten Ausbildungskredit wird und ob er diesen Kredit irgendwann zurückzahlen muss, ist ungewiss.

Auch Florian K. aus Gründau sparte sein ganzes Geld und gab sogar seinen Beruf als Logistikleiter auf, um alles auf eine Karte zu setzen. Den 28-Jährigen erreichte die Hiobsbotschaft, die Ausbildung zum Verkehrspiloten abbrechen zu müssen, während seiner letzten praktischen Phase kurz vor dem Abschluss. Nun sucht er nach Wegen, seine Ausbildung trotz Corona zu Ende zu bringen, denn er will unbedingt seinen Lebenstraum verwirklichen. Sein Plan: Er will die Profiausbildung in einer privaten Flugschule in Egelsbach beenden, damit alles, was er bereits investiert hat, nicht umsonst war.

Dafür sucht er einen Job, um sich seine Ausbildung überhaupt weiter finanzieren zu können. Dabei würde er ein teures Risiko eingehen, denn Jobs im Cockpit werden wohl auch nach Corona Mangelware bleiben. Eine langsame Erholung erwarten Branchenkenner frühestens 2025.

ARD/HR
Reportage
Gesellschaft: Arbeits- und Berufsleben

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