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Karl Valentin: Der Unverstandene
Film von Andreas Ammer
So 28. Jun
12:16 Uhr
(Erstsendung: 29.01.2019)
Karl Valentin sah sich selbst nur als einen Volkssänger, die zu seinen Lebzeiten schon unzeitgemäß waren. Aber er fertigte gleichzeitig dadaistische Kunstwerke und futuristische Gesänge.

Heute hat er den Ruf als ein Komödiant, der etwas aus der Zeit gefallen ist. Zu seiner Zeit inspirierte er mit seiner schlaksigen Gestalt und den anarchistischen Sketchen die Größten seiner Zeit: Bertolt Brecht, Samuel Beckett und Kurt Tucholsky.

Andreas Ammer befragte Komiker wie Luise Kinseher, Willy Astor, Helmut Schleich und Christian Springer nach ihrem Verhältnis zu Karl Valentin. Vor allem aber untersucht er, wie Karl Valentin wirken würde, wenn man ihn von bayerischen Requisiten befreite, wie es wäre, wenn man ihn heute auf Hochdeutsch spielen oder seine Sketche mit moderner Musik unterlegen würde.

Dabei gelingen ungeahnte Blicke auf das frühe, in Zusammenarbeit mit Brecht entstandene, cineastische Meisterwerk "Mysterien eines Frisiersalons" (1923), das auch als eines der wenigen surrealen deutschen Meisterwerke betrachtet werden kann.

Zur großen Frage des Filmes, was Valentin heute bedeutet, gehört auch der erstmalige Blick in das mysteriöse Kölner Archiv, in dem bis heute der Valentin-Nachlass verwaltet wird.

ARD/BR
Kleinkunst/Kabarett

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