Kreuzfahrt und Corona

Ein Passagierschiff auf Irrwegen
Film von André Goerschel und Julia Jancsó
Do 27. Aug
22:59 Uhr
(Erstsendung: 27.04.2020)
Nachdem den Kreuzfahrt-Passagieren der Rückflug von Brasilien nach Deutschland wegen des Corona-Ausbruchs verwehrt wird, entscheidet der Kapitän, die Gäste auf dem Seeweg heimzubringen.

Ob und wie Kapitän, Kreuzfahrtdirektion und die Crew es schaffen, dass die Lage nicht eskaliert, und wie die Passagiere auf dem Schiff abgelenkt und auf Deutschland vorbereitet werden, zeigt die Reportage von André Goerschel und Julia Jancsó.

Das Kreuzfahrtschiff "MS Amera" startete am 24. Februar 2020 die Reise von Argentinien nach Uruguay und schließlich bis nach Brasilien. Das Ziel und Ende der Reise ist Manaus, mitten im Amazonasgebiet. COVID-19 ist noch kein großes Thema in Deutschland, das Wort "Pandemie" nimmt noch keiner in den Mund.

Nach zweieinhalb Wochen Fahrt liegt das Schiff in Belém im Rio Para an der Pier. Fast stündlich schließen inzwischen Häfen in Europa, im Persischen Golf und in der Karibik. Der Kapitän beschließt: Die Gäste müssen in Manaus raus, das Schiff soll möglichst mit der Crew allein zurück nach Deutschland. Doch der Gouverneur verbietet die Ausschiffung. Dabei gilt das Kreuzfahrtschiff als virusfrei. Zweimal überprüft die Brasilianische Gesundheitsbehörde den Gesundheitszustand der Passagiere an Bord und erklärt die Situation unbedenklich. Vergeblich. Ab jetzt sind alle an Bord eingesperrt.

Die beiden Autoren und ihr Team begleiten den Kapitän und die Crew bei ihren logistischen Herausforderungen: an Bord befinden sich 568 Passagiere und 423 Crewmitglieder - und das 18 Tage ohne Landgang, Warenaufnahme und Müllabgabe. Noch nie waren Kapitän Elmar Mühlebach, Kreuzfahrtdirektor Christoph Schädel und ihre Crew so lange am Stück auf See, noch nie standen alle vor einer so großen Problemstellung und einer so unsicheren Zukunft.

ARD/BR
Dokumentation
Gesellschaft: Gesundheit, Medizin

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